06.05.2020 22:25 |

Kärntnerin auf Schiff

„Abwarten und ausharren“ mit jedem Tag schwieriger

Im Fall jener Artistin aus Kärnten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde und seit über 50 Tagen auf einem Kreuzfahrtschiff nahe Dubai ausharren muss, hat sich nun auch das Schifffahrtsunternehmen zu Wort gemeldet. Man versorge die 26-Jährige „bestens“. Sobald ihr Test negativ ausfällt, werde sie nach Hause zurückgebracht. Julia Wutte dagegen fehle „die effektive Unterstützung“ seitens des Konzerns, wie sie sagt. Ein reines Abwarten und Ausharren in Einzelunterbringung werde gleichzeitig immer schwieriger.

Julia Wutte war als Tänzerin des „Cirque du Soleil“ auf der MSC Bellissima beschäftigt, als die Corona-Pandemie ihren Lauf nahm. Das Außenministerium steht mit der 26-Jährigen bereits seit 18. März in Kontakt. Am Montag hatte sie einen verzweifelten Video-Hilferuf abgesetzt, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

„Wäre illegale Einwanderin in Emiraten gewesen“
Wie die junge Frau via Facebook erklärte, habe sie mit Auslaufen ihres Visums und der Schließung des Hafens Dubai keine Möglichkeiten gehabt, aus eigener Kraft das Schiff zu verlassen.
„In diesem Fall wäre ich nämlich als illegale Einwanderin in den Emiraten gewesen.“ Sie habe sich daher auf die Organisation eines Rückfluges seitens MSC verlassen, da sichergestellt gewesen wäre, „dass ich mein Flugzeug sicher erreiche und auch abheben kann". „Seitens MSC Cruises fehlt mir die effektive Unterstützung“, kritisiert die Artistin nun. Ein reines Abwarten und Ausharren werde mit jedem Tag schwieriger.

Lobende Worte für Österreichs Botschaft
Trotz prekärer Lage findet Wutte lobende Worte für das heimische Außenministerium: „Mir wurde von der Botschaft sehr freundlich geholfen, aber mir wurde auch erklärt, dass Warten in meiner speziellen Lage momentan das Einzige sei, das ich wirklich tun könne.“ Am 11. April habe es eine erneute Möglichkeit gegeben, von der Botschaft zurückgebracht zu werden. „Quarantänemöglichkeiten in Österreich waren bereits organisiert. Leider machte ein positiver Schnelltest am 10. April dieses Vorhaben ebenfalls zunichte“, schreibt Wutte weiter. Wegen dieses positiven Schnelltests sei sie dann am Schiff in Einzelisolation untergebracht worden.

Video: Wuttes verzeifelter Hilferuf vom Schiff

„Rückkehr nach Österreich arrangieren“
Die Schiffahrtsgesellschaft MSC Cruises stellte daraufhin klar, dass die meisten der mehr als 17.000 Crewmitglieder der Flotte in ihre Heimatländer zurückgeführt worden seien, „trotz der weltweit schwierigen Umstände“, wie es in einem Bericht des ORF heißt. Laut MSC Cruises werde Wutte jedenfalls weiterhin medizinisch versorgt. Außerdem sei psychologische Unterstützung angeboten worden. Die Crew habe kostenlosen Zugang zum Internet, damit sie mit Familie, Freunden oder Einrichtungen in Kontakt bleiben können. Die Flotte hat den Betrieb wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 10. Juli weltweit vorübergehend eingestellt.

In enger Abstimmung mit den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate und Österreichs werde man - „sobald sie sich vollständig erholt hat und nicht mehr positiv getestet wird“ - ihre „sichere Rückkehr nach Österreich arrangieren können“, hieß es von der Schifffahrtsgesellschaft.

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