20.04.2020 10:37 |

Kampf gegen Corona

Wichtiges Etappenziel der Intensivmedizin erreicht

Seit einigen Tagen wird in Österreich ein ständiger Rückgang bei der Zahl von Patienten registriert, die aufgrund von Covid-19 intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Der Höhepunkt war am 8. April, stellte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI), Klaus Markstaller, am Montag fest. Damit sei aber erst ein Etappenziel erreicht.

Die täglich veröffentlichten Daten von Gesundheits- und Innenministerium zeigten, was die anästhesiologisch-intensivmedizinische Perspektive betreffe, seit rund einer Woche einen erfreulichen Trend, hieß es am Montag vonseiten der ÖGARI. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen liege wieder bei jenen Werten, die Ende März zu verzeichnen gewesen seien.

Kapazitäten nie ausgereizt
Markstaller führte in einem Kommentar für die österreichischen Intensivmediziner folgende Daten an: Am 26. März habe es in Österreich 547 wegen Covid-19 hospitalisierte Kranke gegeben, 96 wurden auf einer Intensivstation betreut. Am 3. April waren es 1074 bzw. 245 Erkrankte (intensivmedizinisch betreut), am 8. April schließlich 1096 bzw. 245. Am Sonntag verzeichnete man 817 Covid-19-Patienten in den österreichischen Spitälern, 204 auf Intensivabteilungen.

Damit sei ein wichtiges und erklärtes Etappenziel des Pandemie-Managements erreicht: „nämlich, dass in Österreich, wenn auch regional unterschiedlich ausgeprägt, bisher zu keinem Zeitpunkt die stationären Kapazitäten generell und die intensivmedizinischen Kapazitäten bis zur Überforderung ausgereizt waren“, stellte Markstaller (MedUni Wien/AKH) fest.

Gute Vorbereitung
Die Krankenhäuser - und insbesondere die Intensivstationen - hätten sich in Österreich aber auch rechtzeitig „sehr umsichtig und professionell auf die Corona-Krise und erwartbare zusätzliche Patientenströme vorbereitet“. Das sei einerseits durch eine Erhöhung der Kapazitäten und gleichzeitig durch Entlastung der Intensivstationen, zum Beispiel durch das Verschieben chirurgischer Eingriffe, geschehen. „Wie wichtig dies war, zeigt allein schon die Tatsache, dass während der vergangenen Wochen die Belegung der Intensivbetten insgesamt, unabhängig von der Indikation, bei 80 Prozent gelegen ist“, erklärte der ÖGARI-Präsident.

Distanz und Hygiene müssen bleiben
Allerdings, wie der Experte in einem Kommentar für seine Fachkollegen schrieb: „Vorsichtsmaßnahmen, die wichtig dafür sind, auch für die Zukunft die Verbreitung von SARS-CoV-2 unter Kontrolle zu halten, wie physische Distanz und umfassende Hygiene, werden uns noch lange begleiten müssen, damit es auch bei dieser erfreulichen Zwischenbilanz bleibt. Das wird für alle herausfordernd. Für uns als Anästhesiologinnen und Anästhesiologen besteht eine weitere Herausforderung nun in der Aufgabe, dass wir zum einen weiter gut gerüstet bleiben für möglicherweise wieder steigende Infektionszahlen und damit auch einen wieder steigenden intensivmedizinischen Bedarf einer oder mehrerer weiterer Wellen.“

Zugleich gehe es aber auch darum, all unsere Versorgungsaufgaben jenseits der Betreuung von an Covid-19 Erkrankten wieder schrittweise „hochzufahren“. Dies betreffe beispielsweise die anästhesiologische Betreuung von wieder verschobenen Eingriffen ebenso wie etwa die Versorgung von chronischen Schmerzpatienten.

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