Mi, 26. September 2018

Fußball-Märchen

03.08.2010 16:04

Vorarlberger Mujic schafft Sprung von Dornbirn zu Bayern

Mit einem Doppelpack für Schalke und dem Traumtor zum 3:1 gegen eine B-Auswahl der Bayern hat Real-Legende Raul die Fußball-Fans in Deutschland verzückt. Das Liga-Cup-Finalturnier in Gelsenkirchen bescherte auch Österreich ein positives Erlebnis. Und zwar durch den Vorarlberger Deniz Mujic (Bild, rechts), von dem nicht einmal Insider wussten, dass er im Sommer den Sprung von Erstligist Dornbirn nach München geschafft hat.

Eigentlich war der 19-jährige Offensivmann auch nur für die Amateure vorgesehen, doch die Abwesenheit von 15 Teamspielern öffnete ihm am Wochenende die Tür zu zwei Einsätzen in der Kampfmannschaft. Sowohl im Semifinale gegen Köln als auch im Endspiel gegen Schalke 04 (in dem er sich sogar als Torschütze des 1:0 feiern lassen durfte) schaffte es der Voralberger, der am Samstag seinen 20. Geburtstag feiert, in die Startelf des deutschen Meisters.

Ein Traum wird wahr
"Davon habe ich immer geträumt. Dass sich das so schnell einstellen würde, habe ich nicht geglaubt", ist Mujic selbst überrascht. Denn im Gegensatz zu seinen rot-weiß-roten Landsleuten stand er schon am Samstag im Aufgebot, während Alaba, Knasmüller und Holzmann bei den Amateuren spielten.

Ein kleines Märchen, deutete doch zunächst nichts auf eine Karriere hin. Als 15-Jähriger verpasste er die Aufnahme in die Akademie Vorarlberg: "Er war im Wachstum, langsam, in seinen Bewegungen unkontrolliert", erinnert sich Akademie-Leiter Andreas Kopf. "Aber es war ein Fehler, Mujic nicht zu nehmen, technisch war er hervorragend."

Uli Hoeneß bemühte sich um Transfer
Wenngleich Mujic in der Vorsaison nicht unbedingt eine Visitenkarte für höhere Aufgaben abgab. In 23 Spielen für Dornbirn erzielte er nur drei Tore, der Klub (dessen Spielbetriebs-GmbH am Montag Konkurs anmeldete) stieg ab. Trotzdem qualifizierte sich Mujic für ein Probetraining bei Bayerns Amateuren. Präsident Uli Hoeneß bemühte sich selbst um den Transfer, der nur etwas mehr als 130.000 Euro an Ausbildungsentschädigung gekostet haben soll.

von E. Faisst und C. Pollak, Kronen Zeitung

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