02.04.2020 18:59 |

Corona-Pandemie

Arbeitslosigkeit in den USA steigt dramatisch an

In der Coronavirus-Krise schnellen die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf historische Höchstwerte. In den vergangenen sieben Tagen stellten 6,65 Millionen Amerikaner einen entsprechenden Erstantrag. Erst kürzlich vollzog Präsident Donald Trump, der die Gefahren der Corona-Pandemie lange herunterspielt hatte, eine Kehrtwende: Er verlängerte die Ausgangsbeschränkungen bis Ende April. Sollten die USA weitreichende Restriktionen, wie sie in Europa schon seit Wochen Usus sind, treffen, ist mit den damit verbundenen Schließungen und keinen vergleichbaren Job-Reglements (wie etwa Kurzarbeit) wohl mit einem weiteren dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Wegen der sich zuspitzenden Covid-19-Krise hat Trump seine Landsleute erst am Mittwoch auf „sehr, sehr schmerzhafte zwei Wochen“ eingestellt. Er appellierte in Washington an alle US-Bürger, „auf die harten Tage vorbereitet zu sein, die bevorstehen“. In den ersten Wochen der Krise war dem Präsidenten vorgeworfen worden, das Ausmaß der Bedrohung zu verharmlosen und Gegenmaßnahmen zu spät ergriffen zu haben. Noch vor Kurzem äußerte er die Erwartung, dass zu Ostern wieder Kirchenbesuche möglich sein würden.

Eigene Task-Force diskutiert „sehr aktiv“
Inzwischen hat Trump allerdings seine Haltung revidiert und wendet sich immer wieder mit Warnungen und Durchhalteparolen an die Bevölkerung. Am Dienstag betonte er, die von dem Coronavirus ausgehende Gefahr sei schlimmer als bei einer Grippe. Der neuartige Erreger sei „heimtückisch“. Eine Task-Force der Regierung „diskutiere sehr aktiv“ über dieses Thema, unter anderem auch, ob eine Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken herausgegeben werden soll.

Obama kritisiert Trump
Kritik an Trumps Politik und der späten Umsetzung von Maßnahmen kam unter anderem von seinem Vorgänger Barack Obama. Alle hätten auf allzu furchtbare Weise die Folgen dessen gesehen, dass einige die „Warnungen vor einer Pandemie“ ignoriert hätten, schrieb der Ex-Präsident.

Historisches Hoch bei Arbeitslosigkeit
Denn schon jetzt sorgen geschlossene Geschäfte, Restaurants und Hotels - wie auch in ganz Europa - für eine Rekordzahl an Arbeitslosen: Die Zahl der Erstanträge, die als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarkts gelten, war in der Vorwoche bereits die höchste seit Beginn der Erfassung der Daten.

330 Millionen Amerikaner - rund drei Viertel - unterliegen Ausgangsbeschränkungen. Sollten weitere Restriktionen zur Eindämmung des Virus in Kraft treten, ist mit einem weiteren dramatischer Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Auch, da die Jobbedingungen mit jenen in Europa nicht vergleichbar sind: Kündigungen sind wesentlich schneller möglich, Modelle wie die Kurzarbeit gibt es nicht. Eine Finanzspritze soll nun zwei Billionen Dollar (1,8 Billionen Euro) in die Wirtschaft pumpen, Arbeitgebern soll es ermöglicht werden, Angestellte für bis zu vier Monate zu beurlauben anstatt sie zu kündigen.

5000 Todesfälle in den USA
Die Arbeitslosenquote im Februar - also noch vor der rasanten Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 in den USA - lag bei niedrigen 3,5 Prozent. Das war der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. Bisher gibt es in den USA 5000 Todesfälle und 220.000 bestätigte Infektionen, besonders betroffen ist die Metropole New York. Besonders tragisch: Erst am Mittwoch starb ein erst sechs Wochen altes Baby an Covid-19.

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