01.04.2020 06:00 |

Erfahrungen aus China

Können Tests auf das Coronavirus falsch sein?

Mit dem aktuellen PCR-Verfahren steht bezüglich der Tests auf das Coronavirus eine sehr zuverlässige Methode zur Verfügung. Doch Vorsicht: In China führten einige Tests zu falschen Resultaten.

Beim Testen wird untersucht, ob im Abstrich Erbgut des Virus nachweisbar ist. Die Zugabe fluoreszierender Stoffe macht Gensequenzen sichtbar oder eben nicht. Dabei stellt der Mensch jedoch eine mögliche Fehlerquelle dar.

„Rachenabstrich kann virenfrei sein, obwohl der Erreger noch da ist“
Bei ersten Untersuchungen in China zeigte sich, dass in den ersten Tagen nach einer Infektion die höchste Viruslast im Mund, im Rachen und in der Nase anzutreffen ist. Da zu dieser Zeit aber gehäuft Abstriche in der Lunge vorgenommen wurden, waren dort noch wenige Viren vorhanden. HNO-Facharzt Dr. Stefan Edlinger vom Universitätsklinikum St. Pölten erklärt die Folge: „Das Ergebnis war in vielen Fällen falsch negativ. Zweites Problem: Im späteren Krankheitsverlauf kann ein Rachenabstrich virenfrei sein, obwohl der Erreger noch da ist.“

„Bei Husten und Fieber soll ein zweites Mal getestet werden“
Derzeit stellt die PCR zwar ein sehr gutes Verfahren zum Nachweis einer Covid-19-Infektion dar. Allerdings spielt der richtige Umgang mit den Proben eine entscheidende Rolle. Dr. Edlinger: „Wir haben noch keine genauen Zahlen von falsch negativ getesteten Personen. Aber in China waren es anfangs doch 15 von 51. Daher sollte beim Auftreten von Fieber und trockenem Husten auch bei negativem Test ein zweites Mal untersucht werden.“ Für HNO-Ärzte sind jetzt auch Eingriffe am Ohr riskant: Das Virus kann nämlich aus dem Rachenraum in das Mittelohr gelangen.

Kronen Zeitung

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