26.03.2020 10:03 |

Aber Trend stimmt

„Sind weitaus noch nicht dort, wo wir hinmüssen“

Der Trend stimmt - aber: „Wir sind weitaus noch nicht dort, wo wir hinwollen und hinmüssen“, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Die Maßnahmen der Regierung würden demnach langsam beginnen zu wirken. Das heimische Spitalssystem sei gut aufgestellt, derzeit gebe es ausreichend Kapazitäten. Dennoch steigen die Zahlen der Corona-Infizierten weltweit drastisch.

„Wir sind mitten in der Pandemie“, so Anschober. Die Erkranktenzahl lag am Vormittag bei 6001, einem Plus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Dies sei aber nur ein wenig aussagekräftiger Tageswert.

Und obwohl 87 Prozent aller Infizierten in Österreich unter einem milden Verlauf der Krankheit leiden und somit zu Hause betreut werden können, sei die Vorbereitung der Spitäler essenziell. „Unser erstes Ziel ist, dass die Zuwächse nicht höher als die Gesamtkapazität unserer Spitäler sind“, so der Minister. Genau das habe in Teilen Spaniens und Italiens nicht funktioniert, so der Gesundheitsminister. Es sei eine Stärke der österreichischen Strategie, dass sehr viele Patienten zu Hause bleiben können. Derzeit seien 547 Personen hospitalisiert, 96 auf der Intensivstation.

Einstellige Zuwachsraten werden nun dringend angestrebt: „Der mittlere einstellige Bereich wäre mir am liebsten, wenn ich mir was wünschen darf“, sagte Anschober dazu.

Ärztegesetz angepasst
Das Spitalssystem sei derzeit jedenfalls gut aufgestellt. Das Ärztegesetz wurde durch Liberalisierungsschritte bereits angepasst. So sei es mittlerweile unter anderem möglich, Untersuchungen im Labor ohne Arzt durchzuführen. Des Weiteren sind Fachärzte nun auch außerhalb ihres Fachgebiets tätig. Und auch pensionierte, Turnus- sowie ausländische Ärzte dürfen derzeit unter Aufsicht Untersuchungen durchführen.

Außerdem seien derzeit große Lieferungen an Schutzkleidung auf dem Weg nach Österreich. „Diese wurden am internationalen Markt erworben. Das ist derzeit ein Ringen um Bestellungen“, so Anschober dazu. Alleine am Freitag sollen elf Millionen Handschuhe eintreffen.

Die Bundesländer seien durch die rasche Errichtung von zusätzlichen Betreuungseinrichtungen gut vorbereitet. So gebe es alleine in diesen Sonderkliniken, in denen Menschen mit milderem Verlauf betreut werden sollen, 12.000 freie Betten. Man gehe in Richtung 20.000 Betten. Der freie Bettenbestand werde laufend mit den Prognoserechnungen abgestimmt, sagte Anschober. Auf diese Weise könnten die Spitäler auch künftig entlastet werden.

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