Flucht nach Erpressung

Fußball-Teamspieler war in Kroatien „gefangen“

Es ist eine Geschichte wie aus einem schlechten Krimi! Mit Raul Florucz saß ein österreichischer U19-Teamfußballer zuletzt tagelang in Kroatien fest. Wegen der Corona-Krise wollte der 18-Jährige aus Haid das Land verlassen. Sein Auto war aber eingezogen worden und nur gegen eine 3000-Euro-Strafe zu bekommen.

„Er ist mit den Nerven total am Ende“, berichten Familienmitglieder von Raul Florucz. Der 18-Jährige spielt seit letzten April im Nachwuchs des kroatischen Klubs Lokomotiva Zagreb. Vergangenen Samstag borgte er dem Trainer seinen Uralt-Mercedes (Baujahr 2004). Weil Kroaten in ihrer Heimat aber scheinbar keine Autos mit ausländischem Kennzeichen lenken dürfen, wurde das Gefährt von der Zollverwaltung bei einer Kontrolle eingezogen.

Florucz wollte wegen Corona-Krise Land verlassen
Florucz wollte aber wegen der sich verschärfenden Coronakrise das Land verlassen. „Sie haben das Auto nur gegen eine Strafe von 3000 Euro herausgegeben“, erzählen Angehörige. Weil es dafür aber keine ordentliche Rechtsgrundlage gibt, sprechen einige von „Sauerei“, andere sogar von „Erpressung“. Denn die kroatischen Behörden kennen die aktuelle Notlage von Ausländern. Der Zug- und Flugverkehr wurde wie in Österreich extrem eingeschränkt, weshalb die Rückkehr des U19-Teamspielers nur mit dem Auto möglich war. Deshalb war man den Behörden quasi schutzlos ausgeliefert. Über fünf Tage spitzte sich die Lage immer mehr zu.

Notbremse gezogen
Nach etwa 50 Telefonaten mit diversen Behörden wurde das Auto nach Zahlung von 3000 Euro herausgegeben. Das Geld lieh er sich von Angehörigen, die die Notbremse zogen: „Ansonsten wäre Raul verzweifelt.“ Der Fußballer trat gestern die 396-km-Heimreise an. Dort wird der Uralt-Mercedes (Wert 5500 Euro) verkauft, damit Florucz das geliehene Geld zurückzahlen kann.

Markus Neißl, Kronen Zeitung

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