Wegen Corona-Krise

Trump verbietet Einreisen aus Europa für 30 Tage

Ausland
12.03.2020 06:15

Die USA haben wegen des Coronavirus am Mittwochabend einen 30-tägigen Einreisestopp für Menschen aus Europa verhängt. Das kündigte US-Präsident Donald Trump in einer Fernsehansprache an die Nation an. Davon ausgenommen sind nur Großbritannien sowie US-Staatsbürger, die sich auf das Virus testen lassen. Als Begründung nannte Trump, dass die EU nicht dieselben Schutzmaßnahmen wie die USA ergriffen und Reisen aus China nach Europa nicht früh genug gestoppt habe.

Um die weitere Einreise von mit dem Coronavirus infizierten Menschen zu verhindern, „werden wir alle Reisen von Europa in die Vereinigten Staaten für die nächsten 30 Tage aussetzen“, sagte der US-Präsident. Das Einreiseverbot tritt am Freitag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft. Auf Twitter schrieb Trump: „Die Welt hat derzeit einen gemeinsamen Feind, das Coronavirus. Wir müssen es so schnell und sicher wie möglich besiegen.“

Trump kündigt staatliche Hilfen an
Außerdem kündigte Trump Hilfsmaßnahmen für Angestellte an, die erkrankt sind, sich in Quarantäne befinden oder am Virus erkrankte Menschen betreuen. Staatliche Unterstützung sollten auch Firmen erhalten, die von den Infektionen betroffen seien. Dazu zähle auch das Verschieben von Steuerzahlungen.

Bisher 37 Menschen an Covid-19 gestorben
Auch in den USA breitet sich das Coronavirus inzwischen zunehmend aus. Bisher sind mindestens 37 Menschen an Covid-19 gestorben, mehr als 1100 Personen sind mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen, weil in den USA erst 11.000 Tests durchgeführt wurden.

Zu wenige und fehlerhafte Virus-Tests
Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA, Anthony Fauci, sagte bei einer Anhörung im Kongress, das Virus werde sich auch in den USA weiter ausbreiten. „Unterm Strich wird es schlimmer werden.“ Kritiker werfen Trump schlechtes Krisenmanagement vor und nicht energisch genug auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert zu haben. Nach dem erstmaligen Ausbruch wurden zu wenige Tests ausgeliefert, außerdem produzierten sie teilweise fehlerhafte Ergebnisse.

EU warnt vor wirtschaftlichen Folgen
Die Ölpreise sind am Donnerstag nach dem angekündigten Einreisestopp für Europäer in die USA gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel auf 30,32 Euro. EU-Ratspräsident Charles Michel hat vor wirtschaftlichen Folgen durch das gegen Europäer verhängte Einreiseverbot der USA gewarnt. „Wirtschaftliche Störung muss vermieden werden“, so Michel. Die Europäische Union werde den Einreisestopp gegen Europäer noch am Donnerstag prüfen.

AUA prüft Streichung der USA-Flüge
„Europa trifft alle notwendigen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, die Zahl der Betroffenen zu begrenzen und Forschung zu fördern“, so Michel. Als direkte Reaktion auf den Einreisestopp der USA prüft die AUA das Aussetzen der Flüge in die Vereinigten Staaten. Die Entscheidung solle im Laufe des Vormittags fallen. Bereits am Mittwoch hatten die AUA und Laudamotion massiv Flüge getsrichen.

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