Nordico Stadtmuseum

In der Wunderkammer eines charmanten Privatiers

Das Nordico Stadtmuseum besinnt sich seines Gründers. Der Linzer Händlersohn Anton M. Pachinger (1864-1938) verschrieb sein Leben einer Leidenschaft: dem Sammeln. Andrea Bina, Nordico-Leiterin, plaudert mit der „Krone“ über den weit gereisten Privatier, dessen Tick für die Stadtgeschichte wichtig ist.

„Krone“: Anton Maximilian Pachinger war zwar Gelehrter, aber so richtig auch wieder nicht.
Er war ein gutbürgerlicher Händlersohn. Er studierte zwar, schloss aber nichts richtig ab. Seine Familie besaß viele Immobilien, davon hatte er später gelebt.

„Krone“: Und er sammelte wie bessessen. Was alles?
Unsere „Sammlung Pachinger“ umfasst 4000 Objekte. Wir haben jedes fotografiert und digitalisiert.

„Krone“: Die Besonderheiten?
Er kaufte viel aus dem Nachlass Stifters: Nadelkissen, ein Porzellanpuppenspiel, das geschwärzte Glas, mit dem Stifter in die Sonnenfinsternis schaute. Aus dem Erlebnis entstand ja seine Erzählung. Auch sein Sterbesofa, das wir ans StifterHaus verliehen haben, gehörte Pachinger.

„Krone“: Gibt es auch Skurriles?
Er besaß Haare von Anton Bruckner oder eine Strumpfbandsammlung von Schauspielerinnen. Er war der Damenwelt gegenüber sehr offen, hatte von den Stadtschönheiten Fotos, aber auch Schuhe, Goldhauben oder Mieder.

„Krone“: Wo brachte er die vielen Dinge unter?
In seiner Wohnung in der Linzer Betlehemstraße. Und er hat zu Lebzeiten begonnen, Sammlungsteile in Museen unterzubringen. Nicht nur das Nordico besitzt Objekte, auch Museen in Wien, Nürnberg, München, Basel.

„Krone“: Erstmals widmet man ihm nun eine eigene Ausstellung.
Ja, seine Sammlung, die wir mit Unterstützung einer Förderung des Bundesministeriums aufarbeiten konnten, erzählt ein Stück Stadtgeschichte. Viele Objekte sind einfach unwiederbringlich, das wollen wir zeigen.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung 

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Dienstag, 31. März 2020
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