06.03.2020 14:18 |

Wegen Polizistenmord

USA: 44-Jähriger mit Giftspritze hingerichtet

Im US-Bundesstaat Alabama ist der 44-jährige Nathaniel Woods in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit einer Giftspritzen-Injektion hingerichtet worden. Er soll im Jahr 2004 der Drahtzieher der Ermordung von drei Polizisten gewesen seien, war jedoch nicht selbst der Todesschütze. 

„Heute Abend ist Gerechtigkeit geübt worden“, teilte der Generalstaatsanwalt von Alabama, Steve Marshall, nach Woods‘ Tod mit. Ein Geschworenengericht verurteilte Woods 2005 mit zehn zu zwei Stimmen zum Tode, obwohl feststand, dass er die Polizisten nicht selbst ermordert hatte. Der Südstaat Alabama ist der einzige US-Staat, in dem zur Verhängung der Todesstrafe kein einstimmiges Urteil nötig ist.

Der Zeitraum bis zur Hinrichtung war in den USA von heftigen Protesten begleitet worden. Unter anderem machte sich auch TV-Star Kim Kardashian West für Woods stark. Sie verurteilte vor allem, dass der 44-jährige Afroamerikaner für ein Verbrechen sterben müsste, das ein anderer Mann gestanden habe.

Todesschütze ebenfalls zum Tode verurteilt
Der Todesschütze Kerry Spencer, der ebenfalls zum Tode verurteilt wurde, bezeichnete Woods in einem an US-Medien verschickten Brief als „einhundert Prozent unschuldig“. Er sei sich dessen sicher, da er selbst derjenige sei, „der auf alle drei Polizisten geschossen und sie getötet hat“, betonte Spencer. Auch Woods selbst beteuerte stets seine Unschuld.

Sohn von Martin Luther King Jr. machte sich für Woods stark
Auch der Sohn des 1968 ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr., Martin Luther King III., richtete sich in einem Brief an den Gouverneur. „Wollen Sie zulassen, dass ein möglicherweise unschuldiger Mann hingerichtet wird?“, fragte er. King III. forderte bis kurz vor der Hinrichtung noch, dass diese nicht stattfinden dürfe.

In diesem Jahr wurden in den USA bisher fünf Todesurteile vollstreckt. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 22.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.