04.03.2020 10:27 |

Werden ausgewiesen

Griechische Marine verschifft 400 Migranten

In der Krise rund um Zehntausende Migranten, die nach Europa wollen, setzt Athen seine Entscheidung in die Tat um, Asylanträge neuer Flüchtlinge nicht zu bearbeiten und sie so schnell wie möglich auszuweisen. Am Mittwoch wurde auf der Insel Lesbos ein Schiff der griechischen Kriegsmarine erwartet. Es soll rund 400 ab dem 1. März angekommene Migranten an Bord nehmen, die dann zunächst an Bord bleiben. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen sie in ein geschlossenes Camp auf dem Festland gebracht werden, um anschließend in ihre Herkunftsländer ausgewiesen zu werden.

Auch auf anderen Inseln im Osten der Ägäis wurden die neuen Migranten zwecks Ausweisung festgehalten. Nach der Öffnung der türkischen Grenzen am 29. Februar hatten allein vergangenes Wochenende mehr als 900 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos sowie kleineren Eilanden übergesetzt. Am Montag waren mehr als 600 Menschen hinzugekommen, wie das Migrationsministerium in Athen mitteilte. Wegen stürmischer Winde seien in der Nacht zum Mittwoch keine Migranten auf Lesbos angekommen, teilte ein Offizier der Küstenwache auf Lesbos mit.

Unbekannte verbreiten immer wieder Gerüchte, wonach Schiffe alle Migranten aus Lesbos zum Festland bringen sollen. Am Dienstagnachmittag verdrängte die Polizei Hunderte Migranten aus dem Hafen der Inselhauptstadt Mytilini. Sie hatten den Gerüchten geglaubt und waren mit ihren Kindern zum Hafen gekommen. Auf Lesbos leben derzeit nach Angaben des griechischen Staates mehr als 20.000 Flüchtlinge und Migranten.

Gab Türkei Migranten Tränengas-Kanister?
Am Mittwoch in der Früh kam es erneut zu Unruhen an der griechisch-türkischen Grenze im Nordosten Griechenlands gekommen. Fernsehbilder zeigten von der griechischen Seite aus, wie hinter dem Grenzzaun Hunderte Menschen nach einem Durchkommen suchten. Die griechische Polizei setzte Tränengas ein, auch von Seite der Migranten wurden solche Geschosse über den Zaun geworden.

Griechische Sicherheitskräfte hatten immer wieder gesagt, dass Migranten auf der türkischen Seite mit Tränengas ausgestattet seien. Diese Meldung konnte allerdings bislang nicht verifiziert werden. Der griechische Sender Skai berichtete, auf der türkischen Seite warteten rund 12.500 Menschen auf die Möglichkeit, die Grenze zu überwinden.

Sondertreffen der EU-Innenminister
Die EU-Innenminister beraten am Mittwochnachmittag bei einem Sondertreffen über die angespannte Lage an der griechischen Grenze zur Türkei. Dabei dürften Möglichkeiten diskutiert werden, wie Athen beim Schutz der EU-Außengrenzen unterstützt werden könnte. Zudem wird erneut ein Signal der Solidarität mit Griechenland erwartet. Für Österreich wird Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) teilnehmen.

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