26.02.2020 06:00 |

75. Geburtstag

Al Cook: Pionier und legendärer Blues-Hardliner

Wenn es um den Blues geht, kennt Al Cook keinen Kompromiss. Der Wiener Sänger und Gitarrist hatte sein Erweckungserlebnis durch Elvis Presley und ackerte sich zu den Wurzeln des Mississippi-Sounds des frühen 20. Jahrhunderts durch. Das brachte Alois Koch, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, auch internationale Anerkennung. Morgen, am 27. Februar, wird der Blues-Hardliner 75 Jahre alt.

Er wolle keine Popmusik spielen, soll Cook das Angebot ausgeschlagen haben, gemeinsam mit Eric Clapton zu spielen. Dabei hatte er seine Liebe zur Musik doch zum damaligen Zeitpunkt in äußerst populären Gefilden entdeckt: „Gold aus heißer Kehle“ („Loving You“) hieß der Film, den Koch 1960 im Kino sah. Hauptdarsteller: Elvis Presley. Von da an wollte der an Astronomie interessierte ausgebildete Feinmechaniker Rock‘n‘Roller werden.

Übung macht den Meister
Eine Gitarre war schnell gekauft, die zur damaligen Zeit spärlich bestückten Plattenläden in Wien bald ausgeräumt. Cook ist Autodidakt, übte aber ununterbrochen und kam schnell drauf, wo die Wurzeln seines Idols Elvis lagen: Im Delta-Blues der 1920er-Jahre. Während Übersee die studentische New-Folk-Szene die Ahnen der amerikanischen Musik wiederentdeckte, hob Cook in Wien-Erdberg weit entfernt die Schätze afroamerikanischer Folklore aus dem Schlamm des Mississippi-Deltas.

Hören wollte das in Zeiten von Beatles und Rolling Stones eigentlich fast niemand im Österreich der 1960er. War er schon einmal mit einer Elvis-Interpretation bei einem Jugendwettbewerb durchgefallen und hatte eine Kiste Wein als Trostpreis erhalten, kamen Akustikgitarre und ein seine Vorbilder imitierender rauer Gesang auch nicht in den Beisln der Republik wirklich an. Cook kochte weiter an seiner Suppe und bewährte sich nach und nach.

Der Musik verschrieben
„Unser Cooksie“ wird Koch, der am 27. Februar 1945 in Bad Ischl geboren wurde und in Wien aufwuchs, von seinen treuen Fans noch immer genannt, eine goldene Nase oder zumindest bescheidenen Reichtum hat er sich durch seine Interpretationen von Pionieren wie Robert Johnson, Blind Lemon Jefferson, Son House, Charlie Patton, Blind Blake und Big Bill Broonzy aber noch immer nicht verdient. Möglich, dass es an seinem unverrückbaren Grundsatz liegt, der lautet: „Spiele nie um des Beifalls oder Mammons willen das falsche Lied.“ Am Freitag feiert Cook seinen Geburtstag, wie sonst, mit einem Konzert im Schutzhaus Zukunft auf der Schmelz.

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