25.02.2020 06:15 |

Gefährlicher Notfall

Wenn Kinder Knopfbatterien für Zuckerln halten

Neugier kann kleine Kinder in tödliche Gefahr bringen. So werden sie besonders von glänzenden Knopfbatterien angezogen, die in vielen modernen Spielzeugen enthalten sind. Bei Verschlucken drohen schwere Verletzungen und sogar Tod. Sofort Transport ins Krankenhaus veranlassen!

Im Ernstfall keine Hausmittel! Honig oder irgendeine andere Nahrung zu geben, wie gelegentlich empfohlen wird, würde die Behandlung und Entfernung der Knopfbatterie nur beeinträchtigen. „Bemerken Eltern, dass ihr Kind eine Knopfzelle verschluckt hat, sollten sie umgehend die 144 oder 112 - den europäischen Notruf - wählen. Denn dann muss ihr Nachwuchs so rasch wie möglich in ein Kinderzentrum bzw. in eine Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie zur Untersuchung und gegebenenfalls zur endoskopischen Entfernung der Knopfzelle“, erklärt Univ.-Prof. Mag. Dr. Müller, der auch Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) ist.

Wenn eine Batterie in der Speise- oder Luftröhre festsitzt, kann sie durch ihre Spannung oder austretende Säure innerhalb von Stunden Verletzungen verursachen oder sogar ein Loch in die Speiseröhre oder Luftröhre brennen. Lithium-Knopfzellen mit einem Durchmesser von 20mm oder etwas größer bleiben besonders leicht stecken. Aber auch im Magen können Batterien durchlässig werden und Schwermetalle und ätzende Stoffe freisetzen. Wird die Batterie nicht rasch entfernt, können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Gegen die Gabe von Honig spricht u.a., dass das Kind für eine Endoskopie zur Entfernung der Batterie nüchtern sein sollte. Falls die Batterie schon Gewebe durchlöchert hat, könnte der Honig in den Bauchraum austreten und zu weiteren Problemen führen.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronenzeitung

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