21.02.2020 05:01 |

Alkohol

Fasching ist Schwerarbeit für die Leber

Einmal einen kleinen Schwips kann unser Entgiftungsorgan noch wegstecken - während der „Narrenzeit“ stellt der oft erhöhte Alkoholkonsum aber eine zusätzliche Belastung dar.

Wir befragen dazu den Internisten und Leber-Experten Prim. Dr. Franz Siebert vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan (Ktn.).

Wie viel Alkohol ist unbedenklich?
Experten unterscheiden bei übermäßigem Alkoholgenuss zwischen dem kurz dauernden - akuten - und dem chronischen übermäßigen Konsum. Viele Menschen schätzen die „normalen“, also gesundheitlich unbedenklichen Grenzen des Konsums falsch ein:

  • Ärzte empfehlen für Frauen nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol pro Tag - und das an höchstens fünf Tagen pro Woche. Das entspricht pro Tag 100 Milliliter Wein oder einem kleinen Bier.
  • Für Männer ist die Grenze etwa doppelt so hoch, also pro Tag maximal 200 Milliliter Wein oder zwei kleine Gläser Bier. Zwei alkoholfreie Tage in der Woche sollten unbedingt eingehalten werden.

Ab welcher Mengeist es zu viel?
Personen, die 10 Jahre und länger täglich etwa 60-70 g Alkohol oder mehr trinken, müssen in 40 Prozent der Fälle mit der Entwicklung einer Leberzirrhose rechnen. Bei Frauen genügt bereits ein niedrigerer Konsum.

Wie macht sich eine Fettleber bemerkbar?
Müdigkeit, Leistungsminderung, Juckreiz der Haut, feine Gefäßumwandlungen (spinnenartig), zum Teil die Verhärtung der Sehnen der Finger (sogenannte Dupuytren’sche Kontraktur), verzögerte Blutungen bei Wunden, Zittern der Hände und auch psychische Veränderungen.

Ist es eigentlich möglich, die Fettleber auskurieren?
Glücklicherweise hat dieses Organ große Fähigkeiten, sich selbst zu regenerieren. Durch Vermeidung von Alkohol kann die Fettleber vollständig rückgebildet, bei bereits bestehender Zirrhose die Erkrankung gebessert und stabilisiert werden.

Wie gefährlich sind alkoholische Mischgetränke?
Da diese Drinks sehr oft auch stimulierende Substanzen wie Koffein, Taurin etc. beinhalten, täuschen diese über das Eintreten einer alkoholisierenden Wirkung oft sehr lange hinweg.

Wie lässt sich ein „Kater“ verhindern?
Die wichtigste Vorbeugung besteht im Verzicht von größeren Alkoholmengen. Außerdem sollte zwischendurch immer wieder reichlich Mineralwasser getrunken werden, da es zu vermehrten Flüssigkeitsausscheidung mit Verlust von Mineralstoffen kommt.

Welche Rolle spielt der Genuss von fetthaltigen Mahlzeiten?
Das kann von Vorteil sein, da das Fett die Alkoholaufnahme des Körpers verlangsamt, allerdings beschleunigen Zucker und Kohlensäure die Resorption. Letzteres ist auch die Ursache, warum viele Cocktails und Alkopops schnell zu Katersymptomen führen können. Bleiben Hausmittel wie z. B. das „Katerfrühstück“ (Sauerkraut, Rollmops). Am ehesten wirkt diese Mahlzeit indirekt, da sie zu einem vermehrten Durstgefühl führt und der Betroffene daher reichlich Flüssigkeit zu sich nimmt. Einen wissenschaftlichen Beleg gibt es allerdings nicht.

Wie stehen Sie zum „Reparaturbier“?
Dieses verbessert zwar die momentanen Symptome etwas, verschiebt aber die Probleme des Katers nur auf einen späteren Zeitpunkt. Sonst helfen Medikamente gegen Kopfschmerzen, Kühlung des Kopfes, aber auch die Zufuhr von Magnesium.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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