19.02.2020 06:00 |

Causa Eurofighter

„Und Darabos hat den Vogel dann abgeschossen“

Eine von Österreich angestrebte Rückabwicklung des Eurofighter-Deals scheint unrealistisch und würde mit Sicherheit einen jahrelangen Rechtsstreit bedeuten. Unabhängig von Klagsdrohungen und Ermittlungen stellt sich die Frage: Wie soll Österreich seinen Luftraum schützen? Eurofighter tunen oder neue Jagdflieger? Es dürfte wieder teuer werden.

Die Gretchenfrage im Eurofighter-Drama lautet: Wie hast du’s mit dem Airbus? Verteidigungsministerin Klaudia Tanner hat’s nicht gut mit dem Fluggerätehersteller. Sie droht mit Klagen, will (wie Vizekanzler Kogler und Burgenlands starker Mann Doskozil) eine Rückabwicklung des unseligen Deals, weil Korruption im Spiel gewesen sei.

Karner spricht von „politischen Getöse“
Gerald Karner, Ex-Brigadier des Bundesheeres, spricht von „politischem Getöse“, das nichts bringe. Die Eurofighter sind jedenfalls aktuell nicht nur nachts kaum flugtauglich, sondern, wie die „Krone“ berichtete, auch tagsüber nicht immer einsatzbereit. Die NEOS haben Montag eine parlamentarische Anfrage an Ministerin Tanner eingebracht, die die Eurofighter vor Kurzem als „voll einsatzfähig“ bezeichnet hat. Militärexperte Karner sagt, die Eurofighter seien ursprünglich die beste Lösung gewesen.

Downgrade war der Anfang vom Ende
Doch durch politische Volten habe man die Flieger quasi flügellahm gemacht. „Und den Vogel hat Minister Darabos 2007 dann abgeschossen. Er hat die Flieger downgraden lassen.“ Der Anfang vom Ende der Tauglichkeit. Was nun? Karner: „Will man Überschallflugzeuge haben, wird man an Airbus schwer vorbeikommen. Es gibt nicht viele Anbieter.“

Die Attacke Österreichs auf Airbus sei daher wenig konstruktiv. Man könne die Eurofighter behalten und tauglich machen, also aufrüsten, was weniger kosten würde als neue Überflieger. Die, so Karner, würden bei einer Stückzahl von 15 bis 24 bis zu 2,5 Milliarden kosten. Ziemlich sicher den Steuerzahler.

Erich Vogl, Kronen Zeitung

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