12.02.2020 06:00 |

Haarprobe und Fotos

Zeugenaussage: Über Umwege zu Strache-Material

Eine Haarprobe, die belegen sollte, dass Heinz-Christian Strache kokst, und Fotos, die die Übergabe von Schwarzgeld an die FPÖ beweisen sollten: Hintermänner der Ibiza-Affäre versuchten schon 2015, belastendes Material gegen Strache in Umlauf zu bringen. In einer Zeugenaussage, die der „Krone“ vorliegt, schildert der SPÖ-nahe Berater Rudi Fußi, wie die Infos ihn erreicht haben.

Wenige Monate vor der Wiener Landtagswahl 2015 und zwei Jahre vor dem Ibiza-Dreh: Schon zu diesem Zeitpunkt sammelte einer der Hintermänner der Ibiza-Affäre, Straches Leibwächter R., Material gegen den damaligen FPÖ-Chef. Zum einen eine Haarprobe, die belegen sollte, dass Strache kokst, zum anderen Fotos, die die Übergabe von Schwarzgeld an die FPÖ beweisen sollten. R. wiederum reichte dieses einem anderen Hintermann, dem Wiener Rechtsanwalt M., weiter, der es in Umlauf bringen sollte.

„Mir war das alles ein bissl zu grindig“
So klopfte M. laut Medienberichten nicht nur bei NEOS-Mitarbeitern, sondern auch bei einem ÖVP-nahen Politikberater an. Wie viel R. für das Material haben wollte, sei nicht besprochen worden, beteuerte der Politikberater: „So weit kam es gar nicht, ich habe abgelehnt, mir war das alles ein bissl zu grindig“, sagte er im „profil“.

SPÖ-Wahlkampfleiter winkte ab
„Dies ist faktenwidrig und falsch“, sagt wiederum der SPÖ-nahe Politikberater Rudi Fußi in seiner Aussage als Zeuge bei der Soko Ibiza, die der „Krone“ vorliegt. Fußi habe erst durch den ÖVP-nahen Politikberater vom Material erfahren. Dieser „suchte offenbar nach einer Möglichkeit, die FPÖ zu schwächen, und fragte mich, ob es vorstellbar sei, dass man so viel Geld aufstellen könne, dass der Sicherheitsmann nicht mehr arbeiten muss und abgesichert ist“. Fußi sei gebeten worden, mit der SPÖ zu reden. Daraufhin habe er dem damaligen Wiener SP-Wahlkampfleiter Georg Niedermühlbichler davon erzählt, der aber abgewunken habe. Mit Verweis auf die Vertraulichkeit seiner Aussage wollte Fußi diese auf „Krone“-Anfrage nicht kommentieren.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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