09.02.2020 16:40 |

Bewertungen gefaked

„Amazon‘s Choice“: Online-Riese preist Ramsch an

Wer beim E-Commerce-Giganten Amazon nach einem Produkt sucht, stolpert oft über das Etikett „Amazon’s Choice“. Damit will der Händler häufig verkaufte und gut bewertete Ware hervorheben und der Kundschaft die Kaufentscheidung erleichtern. Doch laut Konsumentenschützern funktioniert das mehr schlecht als recht. Mit falschen Bewertungen schummeln dubiose Firmen ihre Produkte ins Empfehlungsprogramm.

Und das funktioniert laut der britischen Konsumentenschutz-Vereinigung „Which“ so: Firmen, die ihre minderwertigen Produkte als „Amazon’s Choice“-Empfehlungen bewerben lassen wollen, setzten auf manipulierte Bewertungen, um Amazons Algorithmen auszutricksen.

Teilweise werden Kunden mit Gratis-Extras oder anderen Zuwendungen für Bewertungen entlohnt, bisweilen nutzen die Verkäufer auch die Möglichkeit des sogenannten Product Merging. Dabei werden verschiedene Produkte auf einer Produktseite zusammengefasst, damit auch die Bewertungen zusammengefasst werden. Da kann es passieren, dass ein Bluetooth-Kopfhörer auf den ersten Blick gute Bewertungen hat, die sich auf den zweiten Blick auf etwas ganz anderes, zum Beispiel Drogerieartikel, beziehen.

„Amazon’s Choice“ für Kunden schwer nachvollziehbar
Die Konsumentenschützer kritisieren, dass es für den Endkunden nicht nachvollziehbar sei, auf welcher Basis Amazons „Amazon’s Choice“-Etikett zustande komme. Viele glauben nach Ansicht von „Which“, dass Amazon die beworbenen Produkte gründlich testet und erst dann empfiehlt, wenn sie sich wirklich bewährt haben. Das sei allerdings mitnichten der Fall, wenn leicht manipulierbare Computeralgorithmen die Empfehlungen erzeugen.

Natalie Hitchins von „Which“: „Amazon riskiert so, das Vertrauen von Millionen Kunden zu verraten, indem man es zulässt, dass die Empfehlungen sehr einfach manipuliert werden können. Amazon sollte darüber nachdenken, ob das Banner in der aktuellen Form weiter genutzt werden sollte.“ Amazon selbst beteuert, aktiv gegen falsche Bewertungen und den Missbrauch seines „Amazon’s Choice“-Etiketts vorzugehen. „Wir tolerieren keine Verstöße gegen unsere Richtlinien wie die Manipulation von Bewertungen, Fälschungen oder unsichere Produkte.“

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