14.02.2020 08:15 |

Endlich auf der Piste

Wagrain-Kleinarl: Sehnsucht nach Schnee

Es ist Winter, dazu gehört für mich auch Schnee - und wenn der Schnee nicht zu uns kommt, dann müssen wir eben zum Schnee! Also ab in die Berge, nach Wagrain-Kleinarl!

Grau in Grau, wir sehnen uns nach dem glitzernden Weiß der Berge. Gesagt, getan. Tatsächlich scheint die Sonne bei unserer Ankunft am Nachmittag - was für ein Glück -, der Schnee blendet fast, als wir im Naturhotel Edelweiss, das auf 1200 Meter Seehöhe einen unglaublichen Panoramablick über das Tal bietet, ankommen. Die Luft ist rein und frisch, man spürt direkt, wie gut einem die kleine Auszeit in den Bergen tut. Ein kurzer Spaziergang verschafft einmal einen Überblick, die Liftstation (Rote-Achter-Gondelbahn Mittelstation) ist mit den Skiern nur wenige Schritte entfernt und ermöglicht einen sehr bequemen Einstieg in die Salzburger Sportwelt und Ski amadé, den größten Skiverbund Österreichs. Die herrlichen Pisten müssen allerdings bis morgen warten, jetzt gibt es bald Abendessen, es bleibt aber noch ein bisschen Zeit, sich den Wellness-Bereich anzuschauen, der sich „Green Spa“ nennt.

Familie Bergmüller, die Hoteliers, bekennen sich zur Nachhaltigkeit, das heißt, man arbeitet hier am Berg möglichst energieeffizient. Beispiele gefällig? Das Spa wird zur Gänze mit Erdwärme betrieben. Es gibt zwei Innenpools, aber alles ist richtig gut durchdacht, um möglichst sparsam mit den Ressourcen umzugehen; deshalb hat man sich beim Neubau auch entschlossen, keinen Infinitypool anzulegen, weil eben diese - obwohl sie gerade richtig in sind und auch toll aussehen - ziemlich viel Energie verschlingen. Stattdessen ist alles gut isoliert (man verbraucht nur ein Drittel des Stromes), es gibt einen wunderschönen Naturbadeteich, die Massagen erfolgen auf höchstem Niveau, es ist richtig ein feiner Ort zum Wohlfühlen - auch ohne Infinitypool - mit Blick auf die großartige Bergwelt rundum.

Klein und fein am Berg
Lediglich 42 Zimmer, man möchte auch gar nicht wachsen, sondern investiert lieber in Qualität statt in Quantität. Das ist auch bei der Kulinarik zu spüren, die großes Augenmerk auf biologische und regionale Zutaten legt. Und da hat die Region richtig viel zu bieten, nämlich beispielsweise Käse von „Bio aus dem Tal“, wie sich die Marke nennt. Wir treffen Markus Schaidreiter, 22 Jahre jung, in seinem Bauernhof hoch oben am Berg. Zusammen mit zwei anderen Jungbauern hat er am Hirschleiten auf 1200 Meter Seehöhe eine Hofmolkerei errichtet, wo der echte Geschmack, die Nachhaltigkeit und die Liebe zur Landwirtschaft im Vordergrund stehen.

Zurück zu den landwirtschaftlichen Wurzeln lautet ihr Credo. Hier wird die Biomilch zu Käse verarbeitet, die Wertschöpfung bleibt im Tal. Landwirtschaft und Tourismus sind kein Widerspruch, im Gegenteil, wenn die Bauern nicht die Landschaft pflegen, kommen auch keine Touristen, die gerne die hochwertigen Lebensmittel direkt vom Produzenten genießen. Im Naturhotel Edelweiss auf der anderen Seite des Tals, genauso hoch gelegen, gehört der köstliche Bio-Käse zum fixen Bestandteil der Kulinarik, und der Kreislauf schließt sich somit. „Bio aus dem Tal“ ist inzwischen zu einem regionalen Bio-Label gewachsen, das auch Eier, Kräuter, Brot und Gebäck im Programm hat und gerne angenommen wird.

Endlich auf der Piste
Wir befinden uns in einem Skigebiet der Superlative – Wagrain-Kleinarl ist Teil der Ski amadé, was so viel heißt, es können mit einem Skipass 25 Regionen, 760 Pistenkilometer und 270 Lifte abgedeckt werden. Es ist schlicht und einfach gigantisch! Obwohl viel los ist, kommt es nie zu Wartezeiten bei den Liften, auf den Hütten herrscht eine gemütliche Atmosphäre, und das Service ist überaus freundlich. Vielleicht liegt das auch daran, dass uns Sepp Glatzhofer als Skilehrer begleitet, uns seine Lieblingspisten zeigt und als Einheimischer am besten weiß, wo man wann am besten ist.

Auf den Spuren von „Stille Nacht“
Kleinarl-Wagrain hat aber viel mehr zu bieten als eine wunderbare Bergwelt mit herrlichen Pisten und gutes Essen aus der alpinen Küche. Mit zwei (der Gemeinde) geschenkten Häusern – das Wohnhaus von Karl Heinrich Waggerl und das Pflegerschlössl – stehen gleich zwei Museen interessierten Gästen zur Besichtigung offen. Das „Stille Nacht“-Weihnachtslied, das zum ersten Mal am 24. 12. 1818 bei der Christmette erklang und nun in der ganzen Welt am Heiligen Abend gesungen wird, ist eng mit Wagrain verbunden, schließlich lebte und wirkte Joseph Mohr hier.

Im barocken Pflegerschlössl ist dem weltberühmten Lied ein eigenes Museum gewidmet, am Friedhof ist Joseph Mohr begraben, sogar die Schule ist nach ihm benannt. Im ehemaligen Wohnhaus von Karl Heinrich Waggerl erinnert man sich an den Schriftsteller, der besonders für seine Weihnachtsgeschichten bis heute populär geblieben ist. Der Kulturverein „Blaues Fenster“ kümmert sich um beide Häuser, organisiert Veranstaltungen, engagiert sich für ein reges kulturelles Leben in der Gemeinde.

Idylle auf der Loipe
Wer gut isst, muss sich auch bewegen. Die Jägerseeloipe ist perfekt, um wieder Kalorien abzubauen. Langlaufen ist eine gute Alternative zum Skifahren. Von Kleinarl, wo übrigens die Skilegende Annemarie Moser-Pröll her ist, geht es durch die tiefverschneite Landschaft Richtung Jägersee. Es ist ein Traum, ein Wintertraum. Stefan Passrugger vom Tourismusverband deutet Richtung Talschluss: „Dort hinten, da geht es zum Tappenkarsee“, und zeigt mir ein Foto auf seinem Handy, das richtig Lust macht, im Sommer wiederzukommen, um sich dieses Kleinod zu erwandern, das im letzten Jahr im Finale von „9 Plätze, 9 Schätze“ Salzburg vertreten hat. Nun laufen wir einmal um den See, genießen den Winter, den Schnee und das Jetzt, freuen uns, dass gerade heute so ein herrlicher Tag ist, geradezu optimal, um wieder ein Stück schönes Österreich zu entdecken!

Andrea Thomas, Kronen Zeitung

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