26.01.2020 14:33 |

Verdachtsfall in Wien

Frau geht es „subjektiv und objektiv hervorragend“

Jener Flugbegleiterin, die am Wochenende mit Verdacht auf Infektion mit dem Coronavirus in das Kaiser-Franz-Josef-Krankenhaus eingeliefert wurde, geht es gut. Die chinesische Staatsbürgerin wurde am Samstagabend als Verdachtsfall mit einer grippalen Symptomatik auf der Isolierstation aufgenommen. Man habe „alle Maßnahmen ergriffen“, müsse aber noch Testergebnisse abwarten.

Der Frau „geht es heute subjektiv und objektiv hervorragend“, sagte Oberärztin Sabine Hagenauer bei der Pressekonferenz am Sonntag: „Gestern hatte sie noch milde Symptomatik, die den Verdachtsfall gerechtfertigt hat.“ Die Patientin sei innerhalb der Inkubationszeit in der Stadt Wuhan gewesen. Man habe daher alle Maßnahmen ergriffen, um die Frau zu isolieren. Ein geschultes Team würde die Patientin betreuen, natürlich unter den vorgegebenen Hygienemaßnahmen mit Schutzausrüstung.

Frau geht es „besser als gestern“
„Wir haben Erfahrung damit“, so Hagenauer. Man werde sehen, „was die Testergebnisse bringen“, denn auch auf Südsee- und Influenzaviren würde getestet. Auf die Frage, ob es der Frau besser ginge, antwortet die Ärztin: „Es geht ihr heute sogar besser als gestern.“ Judith Aberle von der Abteilung für Virologie betonte, dass man die spezifische Erbinformation des Virus kenne und somit Tests zur Verfügung habe, um Infizierte identifizieren zu können.

Diagnose spätestens am Montag
Verdachtsfälle könnten so „ohne Verzögerung abgeklärt“ werden. In diesem Fall sei eine Diagnose spätestens am Montag möglich. Auch müsse man bedenken, dass es an der Nordhalbkugel derzeit zahlreiche Influenzafälle gebe - daher müsse man auch auf viele andere Viren testen.

Vorgehen als Vorsichtsmaßnahme
Die Patientin habe nach ihrer Rückkehr aus Wuhan selbst die Rettung verständigt. Alle Personen, die mit der Flugbegleiterin Kontakt gehabt hätten, seien fieberfrei. Das Gesundheitsamt Wien habe eine Überprüfung der Kontaktpersonen der erkrankten Frau durchgeführt, wie es hieß. Man sei sofort über den Verdachtsfall informiert worden, so Ursula Karnthaler.

Sie schilderte
das bisherige seuchenhygienische Vorgehen als Vorsichtsmaßnahme auch im bloßen Verdachtsfall: „Wir haben die Kontaktpersonen aufgesucht. Sie sind alle symptomfrei.“ Es handle sich dabei vor allem um die übrigen Crewmitglieder. Die Frau selbst sei in ihrem Hotelzimmer allein gewesen.

Patientin direkt aus Hotel abgeholt
Der Rettungsdienst habe entsprechend des Alarmierungsplans gehandelt. Die Standardausrüstung der Wiener Einsatzfahrzeuge decke im Prinzip den entsprechenden Kontaktschutz ab. Man habe die Patientin direkt aus dem Zimmer abgeholt, diese mit einer Maske versorgt und durch einen Nebenausgang aus dem Hotel geführt, so Klaus Herbich von der Wiener Berufsrettung. Das Zimmer wurde sofort gesperrt.

Experten beruhigen
Jedenfalls sollte in Wien und Österreich derzeit niemand große Besorgnis haben, wenn er Fieber oder Husten bekommt. Derzeit läuft die alljährliche Influenza-Welle, die im Mittel jedes Jahr um die 2500 Todesopfer fordert. Es müssten schon hohes Fieber, Atembeschwerden oder Kurzatmigkeit vorliegen - und vor allem ein vorheriger Aufenthalt in einem Risikogebiet in China.

Ohne in jüngster Vergangenheit zurückliegender Reise nach Wuhan etc. liegt ein Risiko kaum vor.

Innenministerium beruft Einsatzstab ein
Das Innenministerium hat für den Montag einen Einsatzstab einberufen, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Bei der Lagebesprechung werden unter anderem Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) anwesend sein.

„Derzeit gibt es keinen Grund zur Sorge in Österreich. Gleichzeitig ist es unsere Pflicht, im Hintergrund alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die Österreicherinnen und Österreicher zu schützen“, so Nehammer.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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