26.01.2020 14:09 |

Coronaverdacht in Wien

Kein Grund zur Panik: Salzburg für Virus gerüstet

Das Coronavirus hat nun auch Österreich erreicht. Drei Patienten befinden sich in Frankreich derzeit unter Quarantäne, ein Verdachts-Fall wurde in Wien bekannt. In Salzburg sieht man der neuen Krankheit noch entspannt entgegen, für den Ernstfall sind Land, Flughafen und die SALK jedoch gerüstet.

Die Vorsichtsmaßnahmen werden verschärft: Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat am Samstag per Epidemiegesetz eine Verordnung erlassen, wonach das neuartige Coronavirus einer Anzeigepflicht unterworfen wird. Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle müssen gemeldet werden. In Salzburg „wird die Situation genau beobachtet“, wie Robert Sollak von der Sanitätsdirektion des Landes erklärt. Im Fall einer Epidemie müssen der Amtsarzt und seine Kollegen schnell reagieren. Aktuell sind laut Sollak jedoch keine besonderen Maßnahmen im Konzept der Sanitätsdirektion notwendig.

Auch der Flughafen behält die Lage rund um das Virus im Auge. „Wir stehen in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden“, beruhigt Sprecherin Susanne Buchebner. Sie verweist auf den Notfallplan des Flughafens, der bei Seuchen greift.

Auch die Landeskliniken (SALK) sind gerüstet. 2016 mussten die SALK einen Patienten mit dem zum Coronavirus verwandten MERS-Virus betreuen. Ein vierseitiges Papier hält das Vorgehen in Verdachtsfällen fest. Für das Coronavirus gelten nun „dieselben Regeln wie für MERS-Verdachtsfälle“, weiß Sprecher Wolfgang Fürweger.

Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem neuartigen Virus ist hierzulande gering - gefährlicher ist dagegen die echte Grippe. Waren es in der Woche vor Weihnachten nur drei Krankmeldungen wegen Influenza, gab es in der vergangenen Woche salzburgweit bereits 47 Fälle. Der Höhepunkt wird im Februar erwartet. Insgesamt liegen in Österreich bereits weit mehr als 50.000 Menschen mit Grippe im Bett. Dabei verzeichnet Salzburg im Bundesvergleich am wenigsten Krankenstandstage. An nur elf Tagen blieben Salzburgs Beschäftigte im Vorjahr krankheitsbedingt zuhause. „Bei uns schleppen sich die Arbeitnehmer öfter krank und mit Fieber in die Arbeit“, deutet Gewerkschaftschef Gerald Forcher. In der vergangenen Saison belief sich die Zahl der Grippe-bedingten Todesfälle auf 1400 Menschen.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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