05.07.2010 15:00 |

"Mafia 2" angespielt

Streben nach Geld, Respekt und Macht in Empire Bay City

"Verdammt, ich muss mir sofort eine eigene Wohnung suchen", denkt sich Vito Scaletta, Hauptakteur im langersehnten Gangster-Epos "Mafia II". Dann verlässt er die bescheidene Wohnung seiner Mutter mit dem Versprechen, sich nicht mit seinem Jugendfreund, dem Mafioso Joe Barbaro, einzulassen. Wenige Augenblicke später steht der Ex-Soldat und geborene Sizilianer auf den Straßen der 16 Quadratkilometer großen Stadt Empire Bay City, rettet noch eben seine bildhübsche Schwester vor einem schmierigen Geldeintreiber und macht sich auf den Weg – natürlich zu Joe…

Was lange währt, wird endlich gut – und zwar richtig gut! Diesen positiven Eindruck hinterließ ein erstes Anspielen des langersehnten Sprösslings von 2K Czech. Die Geschichte, die durch eine Vielzahl von Zwischensequenzen wahrlich cineastisch aufbereitet ist, spielt etwa Mitte des 20. Jahrhunderts und überzeugt sofort durch die stimmungsvolle Atmosphäre der fiktiven Metropole an der US-Ostküste. Zudem verleiht die Mischung aus Gangsterjargon, italienischem Charme und bissiger Ironie den Dialogen authentische Würze, der wohl auch eine Familie Corleone Respekt zollen müsste.

Zu einem "Third-Person-Action-Adventure-Game", wie es Alan Cox, Associate Producer bei 2K Czech auf den Punkt bringt, gehört aber noch einiges mehr. "Wir haben in der Stadt außerdem rund einhundert Gebäude, die voll begehbar sind", erzählte Cox voller Stolz. Und um die enorme Fläche überhaupt erschließen zu können, steht Vito eine Fülle von Fahrzeugen im Stil der 40er und 50er zur Verfügung. Jeder Fahrzeugtyp verfügt über individuelle Fahreigenschaften, ein gelungenes Schadensmodell rundet den Gesamteindruck ab. Sollten dennoch Wünsche offen bleiben, schaut man einfach in einer der Garagen vorbei, wo man jeden Wagen individuell umgestalten und aufmotzen kann.

Lebendiges Stadtleben und reaktionsschnelle Tauben
Überhaupt haben die Entwickler viel Wert auf Details gelegt: Die Bevölkerung der Stadt reagiert etwa auf heranbrausende Autos oder Rempler bei der Flucht zu Fuß und sogar die unzähligen Tauben sind keine seelenlosen Statisten, wenn man diese im rechten Moment mit seiner Hupe aufschreckt. Akustisch untermalt wird das Gesamtbild von einem etwa hundert Songs umfassenden Soundtrack, dessen Lieder allesamt von zeitgemäßen Interpreten stammen.

Doch im Leben eines aufstrebenden Gangsters ist nicht so sehr der Geruch von Benzin allgegenwärtig. Denn meist ist die Luft äußerst bleihaltig und von dem ohrenbetäubenden Knattern der Thompson-Maschinengewehre erfüllt. Auch bei dem umfangreichen Arsenal an Waffen, wurde der Epoche Tribut gezollt. Besonders gelungen ist zudem das Deckungsverhalten der Akteure, die nicht bloß emotionslos hinter einem Betonpfeiler kauern, sondern realistisch auf die Einschläge der Projektile, umherfliegende Splitter und Druckwellen von Explosionen reagieren. Schlau ist, wer seine Position im Gefecht mit Bedacht wählt und wechselt, denn in Empire Bay kann beinahe alles zerballert werden, was man aufs Korn nimmt.

Überzeugungsarbeit mit handfesten Argumenten
Hat man hingegen mal keine Bleispritze zur Hand und muss stattdessen mit handfesten Argumenten Überzeugungsarbeit leisten, wurde ein zwar schlichtes, nichts desto weniger äußerst wirkungsvolles Kampfsystem entwickelt. Damit lassen sich dann nach Herzenslust leichte, schwere und vernichtende Schläge und Tritte in die fein texturierten Gesichter seiner Kontrahenten hämmern.

Im zweiten Teil stehe die Story eindeutig als tragendes Element im Vordergrund, erklärte der Entwickler. Dennoch bietet das Spiel neben den Hauptmissionen noch einige Nebenmissionen, die den engagierten Spieler auch in die entlegensten Winkel der Stadt führen sollen. "Mafia II" kommt am 27. August in die Verkaufsregale und "dieser Termin ist absolut fix", versprach Cox abschließend. Dann endlich steht einer glorreichen Gangsterkarriere auf den Straßen von Empire Bay nichts mehr im Wege…

Plattform: Xbox 360 (angespielt), PS3, PC
Publisher: 2K Games
Release: 27. August 2010

von Fritz Schneeberger

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