Politik Inoffiziell

Ab in die achte Reihe

Salzburg
05.01.2020 13:03
Zwischen Euphorie, Aufbruchstimmung und Skepsis tanzten die Salzburger Delegierten aus den hinteren Reihen

Obwohl der Himmel über Salzburg weinte, war die Stimmung im Europasaal des Kongresshauses weitaus besser als angenommen. Die Rede des Grünen-Chefs Werner Kogler wirkte wie Magentabletten auf das „Bauchweh“ skeptischer Delegierter. Da sah ihm Martina Berthold auch nach, dass er die vereinbarte Redezeit deutlich überschritt. 30 Minuten sollten es sein, 60 wurden es schließlich.

Berthold durfte es sich als Teil des Präsidiums in der Spitzenposition auf dem Podest gemütlich machen. Reihe Eins war für die künftigen Regierungsmitglieder reserviert. Die ehemalige Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler nahm in der dritten Reihe zwischen den Nationalratsabgeordneten Platz. Landesvize Heinrich Schellhorn musste sich dagegen, gemeinsam mit der Salzburger Delegation, mit der achten Reihe begnügen. Ungewohnt, steht er doch sonst als Regierungsmitglied stets strahlend an vorderster Front – und das natürlich in der ersten Reihe.

In den hinteren Reihen dösten indes jene Delegierte, die ohnehin schon vom Regierungsprogramm überzeugt waren. „Ich schlafe sowieso immer ein“, verkündete Landtagsabgeordneter Josef Scheinast, der auf Power-Naps schwört, schon im Vorfeld. Auch Gemeinderat Bernhard Carl fand sein Smartphone oft spannender als die Vorträge der Verhandler. Erst bei der Abstimmung sprang er auf, die grüne Karte weit in die Höhe gerissen. Dabei wurde allerdings ein vorgezogenes Ende der Diskussionsrunde beschlossen, um dann schnell zur eigentlichen Abstimmung zu gelangen.

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