31.12.2019 10:38 |

Arbeit und Familie

Steirerin Aschbacher wird neue ÖVP-Ministerin

Jetzt ist die letzte Überraschung von Sebastian Kurz in Sachen Ministerposten durchgesickert: Die Steirerin Christine Aschbacher wird Arbeits- und Familienministerin, wie am Dienstagvormittag zu erfahren war. Damit stellen im türkisen Regierungsteam die Frauen die Mehrheit. Von den elf ÖVP-Regierungsmitgliedern sind sechs weiblich, fünf männlich. Offen ist somit im Finale der Koalitionsverhandlungen nur noch der Name des Außenministers.

Mit Christine Aschbacher holt sich ÖVP-Chef Kurz ein politisch unbeschriebenes Blatt an die Spitze eines der zehn von der Volkspartei besetzten Ministerien. Die Steirerin soll im türkis-grünen Kabinett die Agenden Arbeit, Familie und Jugend übernehmen, wie die „Krone“ aus ÖVP-Kreisen erfuhr. Aschbacher ist 36 Jahre alt. Die verheiratete Mutter von drei Kindern stammt aus Wundschuh bei Graz.

Erfahrung in zwei Ministerien gesammelt
Auch wenn die künftige Arbeits- und Familienministerin selbst in Politikerkreisen noch unbekannt sein dürfte, konnte sie schon Ministeriumserfahrungen sammeln. Die 36-Jährige war von 2012 bis 2015 zunächst im Finanz- und dann im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft tätig. Im Finanzressort arbeitete Aschbacher zunächst im Kabinett der damaligen ÖVP-Ministerin Maria Fekter und leitete dann die Abteilung Zentrales Risikomanagement. Nach dem Wechsel ins Wirtschaftsministerium war sie für den damaligen Vizekanzler und Ressortchef Reinhold Mitterlehner, dem Vorgänger von Sebastian Kurz an der Spitze der Volkspartei, tätig.

Steirerin stammt aus politischem Haushalt
Die Steirerin ist zudem Unternehmerin, betreibt die in Graz ansässige Beratungsagentur „Aschbacher Advisory“ und sitzt zudem im Aufsichtsrat der Grazer Gebäude- und Baumanagement Gmbh. Aschbacher absolvierte die Fachhochschule in Wiener Neustadt (Wirtschaftsberatende Berufe) und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Fach- und Schlüsselarbeitskräfte, Standortpolitik und Innovationsmanagement, wie ihrem Profil auf dem sozialen Jobnetzwerk Linkedin zu entnehmen ist. Der Vater der neuen Ministerin, Alois Kowald, war ÖVP-Bürgermeister der Gemeinde Neudorf ob Wildon. Und Aschbachers Schwester Barbara Walch ist seit heuer Bürgermeisterin der Heimatgemeinde Wundschuh.

Ein bloß symbolträchtiges Ressort für Familie und Jugend ist es nicht, was der Neo-Ministerin übergeben wird. Mit dem AMS-Budget hat sie künftig ein wirkungsvolles Lenkungsinstrument in der Hand. Ob die Trennung von Sozialem und Arbeit zu Reibereien mit der grünen Ressortleitung im Sozialministerium führt, wird wohl vom Geschick der handelnden Personen abhängen. Denn dass es gerade in diesem Bereich auseinandergehende Positionen zwischen den beiden Parteien gibt, ist evident.

Mehr Frauen als Männer im ÖVP-Regierungsteam
Mit Aschbachers Nominierung haben jedenfalls erstmals die Frauen die Mehrheit in einer ÖVP-Regierungsmannschaft. Neben der Steirerin ziehen wie berichtet Elisabeth Köstinger (Landwirtschaft), Karoline Edtstadler (Europa), Klaudia Tanner (Verteidigung), Susanne Raab (Integration) und Margarete Schramböck (Wirtschaft) in die Regierung ein.

Neben Bundeskanzler Sebastian Kurz komplettieren Gernot Blümel (Finanzen), Heinz Faßmann (Bildung), Karl Nehammer (Innenressort) und ein noch nicht genannter Außenminister die ÖVP-Seite der türkis-grünen Regierung.

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