22.12.2019 12:02 |

Stürme, Fluten etc.

Tote bei schweren Unwettern in mehreren EU-Ländern

In Frankreich, Spanien, Portugal sowie in Italien haben am Samstag schwere Unwetter gewütet, die insgesamt mindestens neun Menschen das Leben gekostet haben. In Spanien gab es nach Behördenangaben vier Todesopfer, in Italien drei, in Frankreich einen Vermissten. Sturmböen von bis zu 170 Stundenkilometern fegten über den Nordwesten Spaniens, die französische Atlantikküste und die Insel Korsika hinweg.

In Frankreich, Spanien und Portugal gab es Unwetterwarnungen. Zahlreiche Züge und Fähren fielen aus, Flüge wurden gestrichen oder umgeleitet. In Frankreich wurde in 18 Departements die zweithöchste Alarmstufe Orange ausgerufen, in Portugal der Zugverkehr zwischen Lissabon und Porto eingestellt, weil die Gleise überflutet waren. In Galicien im Nordwesten Spaniens waren Tausende Haushalte ohne Strom.

Urlauberin von Fassadenstück erschlagen
In der spanischen Hauptstadt Madrid starb eine 32-jährige Südkoreanerin, die von einem herunterfallenden Gebäudeteil getroffen worden war. In Andalusien kam ein Mann ums Leben, dessen Auto nahe der Stadt Huescar in der Provinz Granada von einem über die Ufer getretenen Fluss mitgerissen wurde. Bereits am Freitag war ein 68-jähriger Surfer aus den Niederlanden in der südwestlichen Provinz Huelva ertrunken.

Auf dem Mittelmeer nahe der südfranzösischen Hafenstadt Marseille wurde am Samstag weiterhin ein Mann vermisst, der am Freitag von einem Segelschiff ins Meer gestürzt war. Ein weiterer mit ihm verunglückter Mann konnte von den Einsatzkräften gerettet werden.

Nachdem gerade erst der Sturm „Elsa“ über Westeuropa gezogen war, folgte am Samstag das Sturmtief „Fabien“ - mit Sturmböen von bis zu 170 Stundenkilometern in Galicien. An der gesamten Küste Galiciens und im benachbarten Asturien galt wegen des starken Winds und hoher Wellen die höchste Alarmstufe Rot.

„Jahrhundertflut“ auf Insel Korsika
In Frankreich wurden in Socoa an der Atlantikküste Sturmböen von bis zu 148 Stundenkilometern gemessen. Für die Insel Korsika warnte der Wetterdienst sogar vor Sturmböen von bis zu 180 Stundenkilometern. Dort trat nach starken Regenfällen unter anderem der Fluss Gravona über die Ufer und überflutete zahlreiche Straßen sowie das Rollfeld des Flughafens der Stadt Ajaccio. Die Behörden sprachen von einer „Jahrhundertflut“. Alle Flughäfen der Insel wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen, der Fährverkehr war bereits zuvor eingestellt worden.

An der Cote d‘Azur meldeten die Behörden im Departement Alpes-Maritimes rund 150 Feuerwehreinsätze sowie mehrere Schlammlawinen bei Menton nahe der italienischen Grenze. Zahlreiche Straßen waren gesperrt. Am Flughafen von Nizza mussten Reisende nach einer teilweisen Schließung am Freitag auch am Samstag mit Verspätungen rechnen.

Drei Unwettertote in Italien
In Italien haben heftige Niederschläge, Schnee und starker Wind am Wochenende zwei Personen das Leben gekostet. Unweit von Florenz fiel ein Motorradfahrer aus noch nicht geklärten Gründen in den Fluss Saterno. Seine Leiche wurde von den Feuerwehrleuten geborgen. Ein 62-jähriger Autofahrer wurde in Neapel von einem Baum erschlagen, der wegen heftiger Sturmböen auf das Fahrzeug fiel.

Unweit von Pordenone in Kärntens Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien wurde ein Autofahrer getötet, als er mit seinem Wagen auf eine überflutete, für den Verkehr gesperrte Straße fuhr, wie italienische Medien berichteten. Der Mann hatte zuvor die Feuerwehr angerufen und um Hilfe gebeten. Als die Feuerwehreinheiten den Ort erreichen, war er mit dem Auto von den Fluten weggerissen worden.

Neuerlich Hochwasser in Venedig
In ganz Italien gibt es derzeit starke Niederschläge. In Venedig sollte das Hochwasser am Sonntag 135 Zentimeter erreichen. Damit ist ein Großteil des Stadtkerns wieder überschwemmt. Die Flutwelle hatte am Samstag den Eingang der Markusbasilika erreicht. Erdrutsche und Überschwemmungen wurden vor allem in Ligurien und Piemont gemeldet.

Die Schlechtwetterfront zog am Sonntag in Richtung Süden. Heftige Niederschläge und Winde machten in der Früh auch der Hauptstadt Rom zu schaffen. In der süditalienischen Provinz Salerno saßen 200 Gäste eines Hochzeitsempfangs in einem Hotel fest, nachdem ein Erdrutsch die einzige Straße blockiert hatte, die zur kleinen Ortschaft Cetara führt.

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