13.12.2019 17:28 |

Beim Geldeintreiben

Mitarbeiter der Stadt Köln bei Einsatz erstochen

Ein Mitarbeiter der Stadt Köln ist am Freitag bei einem Einsatz von einem offenbar psychisch kranken Mann mit einem Messer angegriffen und getötet worden, als er eine offene Geldforderung eintreiben wollte. Eine Kollegin wurde ebenfalls attackiert und musste wegen eines Schocks in ein Krankenhaus gebracht werden, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Die Frau blieb körperlich unversehrt. Der 47-Jährige, der noch an Ort und Stelle verstarb, war in der Vollstreckungsabteilung tätig. Der Angreifer soll bereits im März eine städtische Mitarbeiterin mit einem Schraubenzieher attackiert haben.

Der Mann und seine Kollegin waren Freitagfrüh im Auftrag der Stadt unterwegs und klingelten an einer Wohnung in Köln-Dünnwald. Der 60-jährige Bewohner habe die Tür geöffnet und sei unvermittelt mit einem Messer auf die Mitarbeiter der Kämmerei losgegangen, sagte eine Polizeisprecherin. Der Bedienstete sei an seinen Verletzungen gestorben. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Er soll zuvor schon einmal Stadt-Mitarbeiter angeriffen haben. Bei dem Angriff auf eine städtische Mitarbeiterin mit einem Schraubenzieher im März war diese mit leichten Verletzungen davongekommen, so die Polizei.

Warum das Opfer und seine Kollegin angesichts dessen ohne Begleitschutz zu dem Mann gingen, ist unklar. Der Polizei zufolge zeigt der 60 Jahre alte Angreifer deutliche Anzeichen einer schweren psychischen Erkrankung. Er soll zur Angriffszeit schuldunfähig gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft werde deshalb am Samstag beim Amtsgericht Köln die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen, hieß es.

Wollte Opfer Rundfunkgebühren eintreiben?
Eine Nachbarin berichtete gegenüber der „Bild“, dass der Stadt-Mitarbeiter kurz vor der Bluttat noch bei ihr war - weil sie ihre Rundfunkgebühr nicht gezahlt hatte: „Er sagte dann, er müsse jetzt noch einen weiteren derartigen Fall erledigen.“ Kurze Zeit später kam es wenige Häuser weiter zu der tödlichen Attacke.

Tatverdächtiger war bereits in Psychiatrie
Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, war der mutmaßliche Täter bereits nach dem Angriff im März in der Psychiatrie untergebracht worden. Wie lange er dort war und warum er wieder entlassen wurde, konnte der Sprecher nicht sagen. Die Umstände seiner Unterbringung und der Entlassung würden geprüft. Es laufe auch in dieser Sache ein Ermittlungsverfahren, beide Verfahren sollten voraussichtlich zusammengelegt werden.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sprach den Kollegen der Vollstreckungsabteilung der Kämmerei ihre Anteilnahme aus. „Dass einer unserer Kollegen im Einsatz für unsere Stadt durch einen Angriff sein Leben verloren hat, macht mich zutiefst betroffen und erfüllt mich mit großer Trauer“, erklärte sie. Die Verrohung der Gesellschaft scheine keine Grenzen mehr zu kennen. „Als Stadt werden wir alles dafür tun, dass sich unsere Mitarbeitenden noch sicherer fühlen können“, erklärte Reker. Eine absolute Sicherheit werde es jedoch nie geben.

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