12.12.2019 18:07 |

Erschoss Demonstranten

17-jähriger Iraker von wütendem Mob gelyncht

Der Irak kommt nicht zur Ruhe. Bei den seit Monaten anhaltenden Massenprotesten gegen die Regierung vergeht kaum ein Tag ohne Todesopfer. Bürgerkriegsähnliche Szenen spielen sich ab. Am Donnerstag wurde in Bagdad ein 17-Jähriger von einer wütenden Menge gelyncht, nachdem er mit einem Sturmgewehr mehrere Demonstranten erschossen hatte.

Am Morgen sei es auf dem Al-Wathba-Platz zu einem Streit zwischen dem 17-Jährigen und einigen Demonstranten gekommen, sagten Vertreter der Polizei. Die Demonstranten hätten daraufhin das Haus des Jugendlichen am Platz angezündet und ihn herausgezerrt, ohne dass die Polizei dies habe verhindern können.

Auf Videos in den sozialen Netzwerken ist anschließend zu sehen, wie der nur mit einer Unterhose bekleidete Jugendliche über eine Strecke von Dutzenden Metern über den Boden geschleift wird. Zahlreiche Menschen geben ihm dabei Fußtritte und stechen mit Messern auf ihn ein. Polizisten sind dabei nicht zu sehen. Schließlich ist zu sehen, wie der Jugendliche an den Füßen mit dem Kopf nach unten an einer Ampel in der Mitte des Platzes aufgehängt wird.

Sabotageversuche, um Gewalt anzufachen?
Laut Augenzeugen wurde seine Leiche später abgenommen und zur Gerichtsmedizin gebracht. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Tahrir-Platzes, einem der Zentren der seit Anfang Oktober anhaltenden Proteste gegen Korruption und Misswirtschaft im Irak mit bereits Hunderten Toten und mehr als 20.000 Verletzten. In einer von den „Demonstranten des Tahrir“ unterzeichnten Erklärung distanzierten sich die Regierungsgegner von dem Mord und versicherten, sie hätten damit nichts zu tun.

Die Stimmung unter den Demonstranten ist angespannt, nachdem es zuletzt vermehrt zu Morden und Entführungen gekommen war. Sie fürchten, dass „Saboteure“ die Proteste diskreditieren und die Demonstranten zu Gewalt anstacheln wollen.

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