11.11.2019 17:36 |

Atomdeal bröckelt

IAEO bestätigt: Iran reichert wieder Uran an

Die internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat bestätigt, dass der Iran wieder Uran in seiner unterirdischen Anlage in Fordow anreichert. Das Regime in Teheran hatte selbst am Wochenende mitgeteilt, dass die Urananreicherung wieder aufgenommen worden sei. Damit hat die Islamische Republik erneut eine Vereinbarung des Wiener Atomabkommens zur Verhinderung einer iranischen Atombombe von 2015 gebrochen.

Wie die IAEO am Montag in ihrem neuen Iran-Bericht mitteilte, lagere der Iran derzeit fast doppelt so viel angereichertes Uran als im Abkommen erlaubt. Außerdem habe das Land eine neue Anlage zum Test von Anreicherungszentrifugen vorbereitet - auch das ist ein Verstoß gegen das Atomabkommen.

Auch Uranpartikel in nicht angemeldeter Anlage entdeckt
Weiters heißt es in dem Bericht, dass Partikel von Uran an einem Standort entdeckt wurden, der nicht entsprechend deklariert wurde. Der Name der Anlage wird in dem Report nicht genannt. „Es ist essenziell, dass der Iran seine Zusammenarbeit mit der Behörde fortsetzt, um dieses Thema so schnell wie möglich zu klären“, so die IAEO.

Wo das Material ist, das die Spuren verursacht hat, ist laut Diplomatenkreisen unklar. Die Erklärungen, die der Iran bisher zur Herkunft des Materials gemacht hat, würden sich demnach nicht mit den Analysen der IAEO decken. Einen weiteren Verstoß gegen das Atomabkommen bedeutet der Fund aber nicht.

US-Sanktionen torpedieren Einhaltung des Atomdeals
Der Iran verstößt bereits seit einiger Zeit demonstrativ gegen zentrale Auflagen des Wiener Abkommens. Die Regierung in Teheran rechtfertigt die Schritte damit, dass ihr für die Einschränkung ihres Atomprogramms eine Aufhebung der wirtschaftlichen Isolation versprochen worden war, diese aber wegen US-Sanktionen nicht zustande kommt.

Die USA waren Anfang Mai 2018 einseitig aus dem Atomdeal ausgestiegen. Die verbliebenen Vertragspartner - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China - hatten immer wieder betont, an dem Abkommen festhalten zu wollen.

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