08.11.2019 10:30 |

Neue Vermessung zeigt:

Proton ist noch kleiner als bislang angenommen

Eigentlich ist das Proton ein sehr gewöhnliches Teilchen, welches in jedem Atomkern unseres Körpers und um uns herum vorkommt. Und doch gibt es Physikern schon seit Jahren Rätsel auf: Genauer gesagt das „Rätsel um den Protonenradius“. Eine neue, ganz besonders präzise Messmethode hat nun gezeigt, dass das positiv geladene Kernteilchen noch kleiner ist als bis dato gedacht.

Bereits 2010 hatte ein internationales Forscherteam berichtet, dass eine neue Vermessung des Protons mittels Laserspektroskopie am renommierten Paul Scherrer Institut (PSI) im schweizerischen Willingen einen Wert ergeben habe, der rund vier Prozent unter dem damals offiziellen Standardwert von 0,8768 Femtometern (ein Femtometer entspricht 0,000000000001 Millimeter) lag.

Muss offizieller Standardwert korrigiert werden?
Zwei weitere Untersuchungen 2017 und Anfang dieses Jahres kamen unabhängig voneinander ebenfalls auf einen noch kleineren Protonenradius. Jetzt hat ein Team um Ashot Gasparian von der North Carolina A&T State University mit einer erheblich präziseren Methode neuerlich nachgemessen und kam dabei auf einen Wert von 0,831 Femtometer. Das könnte bedeuten, dass der erst im Vorjahr angepasste offizielle Standardwert für den Radius des Protons noch einmal minimal korrigiert werden muss, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“.

Basis für wichtige Naturkonstanten
Das Proton ist einer der fundamentalen Bausteine der Materie, denn zusammen mit dem Neutron bildet es den Atomkern. Gleichzeitig bilden seine Eigenschaften die Basis für wichtige Naturkonstanten, darunter die sogenannte Rydberg-Konstante, mit der sich beispielsweise Spektrallinien bestimmter chemischer Elemente zuordnen lassen.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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