03.11.2019 16:46 |

„Würde nicht fahren“

„Autokratie“: Brandstätter rät von Türkei-Reise ab

Der nächste Sommerurlaub schon geplant? Der NEOS-Abgeordnete und Ex-„Kurier“-Chef Helmut Brandstätter hat jedenfalls einen guten Tipp parat. Er rät seinen Followern auf Twitter, von Reisen in die Türkei abzusehen. Damit soll ein Zeichen gegen die Politik von des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan gesetzt werden.

„Weil schon viele an den kommenden Sommerurlaub denken: Ich würde nicht in die Türkei fahren“, schrieb Brandstätter am Sonntagnachmittag auf Twitter. Der Grund? „Vielleicht war die nette türkische Familie nebenan nicht unterwürfig zu Erdogan und wird am Strand verhaftet. Erdogan soll verstehen, dass seine Autokratie Urlauber vertreibt.“

Auf Twitter stößt diese „Reiseempfehlung“ auf Zustimmung. „Sie haben leider recht. Auch wenn gerade am Tourismus die liberalen Türken verdienen und nicht die autoritären Hinterwäldler. Aber weiter Türkeiurlaub zu machen wäre trotzdem das falsche Signal“, kommentierte etwa ein User die Nachricht.

Kritik, dass Brandstätter mit seinem Türkei-kritischen Tweet vielleicht „zwei oder drei Personen tatsächlich von einem geplanten Türkei-Urlaub absehen lässt“ und dies Erdogan wohl nicht „wirtschaftlich ausreichend unter Druck setzt, um sein Kriegstreiben zu überdenken“, konterte der NEOS-Abgeordnete, er wolle mit seiner Nachricht vorrangig „zum Nachdenken“ anregen.

Fall einer Wienerin sorgte für Schlagzeilen
Tatsächlich sorgen umstrittene Festnahmen in der Türkei immer wieder für Schlagzeilen - zuletzt etwa, als die kurdischstämmige Wienerin Mülkiye Lacin während ihres Sommerurlaubes wegen Terrorverdachts festgenommen wurde und seitdem in einem kleinen Dorf in der Türkei festsitzt.

Die Volksschullehrerin erklärte: „Was morgen mit mir passiert, weiß ich nicht. Diese Unklarheit und Unsicherheit macht mir Sorgen.“ Ihr Sohn Düzgün Kapan betonte, seine Mutter „ist österreichische Staatsbürgerin und hat sich keine Schuld zukommen lassen“.

Amnesty kritisiert Festnahmen in der Türkei
Amnesty International warf der Türkei erst vor wenigen Tagen vor, Hunderte Kritiker der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien festgenommen zu haben. Betroffen sind demnach Medienvertreter, Oppositionelle sowie private Nutzer von Online-Netzwerken.

„Die türkische Regierung nützt die laufende Offensive als Vorwand, um massiv gegen Kritiker ihrer Politik vorzugehen“, erklärte der Generalsekretär von Amnesty International Deutschland, Markus N. Beeko. Die festgenommenen Menschen würden mit „absurden Anschuldigungen“ konfrontiert.

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