26.10.2019 18:32 |

Schwartzman wartet

JAAA! Thiem steht in seinem ersten Wien-Finale

Dominic Thiem hat 9.600 begeisterten Fans in der Wiener Stadthalle und in Österreich zum Nationalfeiertag einen Sieg geschenkt. Der 26-jährige Niederösterreicher zog mit einem 3:6,7:5,6:3 über den Weltranglisten-11. Matteo Berrettini (ITA) nach 2:33 Stunden in sein erstes Finale beim Erste Bank Open ein. Dem Kitzbühel-Sieger Thiem fehlt damit nur noch ein Sieg zum historischen Österreich-Double. Im Finale wartet der Argentinier Diego Schwartzman auf ihn.

„Es war sehr gutes Tennis vom ersten bis zum letzten Punkt, es war sensationelle Stimmung, die ich noch nie zuvor so erlebt habe. Es war so laut und das Tennis hat dazu gepasst. Es war eine Achterbahnfahrt von uns beiden auf sehr hohem Niveau“, sagte Thiem nach seiner auch von ihm selbst bestätigten bisher besten Performance überhaupt in der Stadthalle erfreut. „Es war ein ganz besonderer Tag für alle und auch für mich. Es ist ein Traum für mich, im Finale zu stehen und ich werde alles dafür tun, dass ich die jetzt schon sensationelle Woche krönen kann.“

Gelingt Thiem, was Skoff und Melzer gelang?
Thiem hat schon sein sechstes Finale in dieser Saison erreicht. Nach Indian Wells, Barcelona, Kitzbühel und Peking hofft er auf seinen bereits fünften Titel 2019, seinen insgesamt 16. Gelingt ihm dies, dann ist er alleiniger Tourleader dieses Jahr in Sachen Turniersiege. Er könnte sich zum insgesamt erst dritten österreichischen Wien-Sieger nach Horst Skoff (1988) und Jürgen Melzer (2009, 2010) küren. Im Weg steht ihm am Sonntag (14.00 Uhr/live im krone.at-Liveticker) entweder Gael Monfils (FRA-4) oder Diego Schwartzman (ARG-5).

Thiem wünschte sich Schwartzman als Gegner. „Die Leute haben den Diego ein bisserl adoptiert“, bezog er sich auf die „Diego, Diego“-Rufe vom Vortag. „Es wäre ein Traumfinale gegen ihn, weil ich auch sehr gut mit ihm befreundet bin.“ Sein Energie-Level werde am Sonntag kein Problem sein, versprach Thiem. „Ich habe alles rausgehaut heute. Es war eine sehr anstrengende Partie mental und körperlich, aber das ist wie ein French-Open-Finale. Bei so einem großen Turnier im Finale - da gibt es keine Müdigkeit.“

Bärenstarker Berrettini im ersten Satz
Thiem begann sein erstes Halbfinale in der Stadthalle mit einem Ass, doch schon im dritten Game musste er erstmals seinen Aufschlag abgeben. Der bärenstarke Berrettini baute seinen Vorsprung auf 3:1 aus, Thiem gelang aber das Rebreak zum 3:3. Danach vergab Thiem zwei Bälle zum 4:3 (u.a. mit einem Doppelfehler) und musste erneut das Service abgeben. Danach ließ sich der gebürtige Römer aber nicht mehr beirren und schaffte mit einem weiteren Break zum 6:3 die Satzführung.

„Ich war heute nicht vom ersten Punkt an voll da, und Berrettini (unten im Bild) spielt zur Zeit in absoluter Topform“, konstatierte Thiem. Zudem habe er in Satz eins drei Breaks bekommen, was zu viel gewesen sei.

Satz zwei bringt die Wende
Satz zwei begann zunächst gut für den Italiener, der mit zwei zu Null-Games seine Aufschlagstärke erneut unter Beweis stellte. Doch beim Stand von 2:2 gelang Thiem ein plötzliches Break zum 3:2. Ein Aufschlagspiel ohne Punktverlust zum 4:2 brachte nicht nur Thiem zum Jubeln, sondern die Halle zum Toben. Doch bei 4:3 konnte der Lokalmatador drei Bälle zum 5:3 nicht nutzen, Berrettini hingegen verwertete seine erste Breakchance im Satz zum 4:4. Thiem gelang aber zum 6:5 das neuerlich Break und zum 7:5 der Satzausgleich. „Spätestens mit dem erstem Break, das ich gemacht habe, habe ich gewusst, dass da heute was drin ist.“

Im entscheidenden Durchgang vergab Thiem zunächst eine Breakchance zum 2:1, war bei seinen Service-Games aber sicherer. Im siebenten Spiel nahm Thiem dann seinem Gegner den Aufschlag zum 4:3 ab. Diese Chance ließ sich der Lichtenwörther nicht entgehen und gab kein Game mehr ab. Er bestreitet am Sonntag sein insgesamt schon 24. Finale auf der ATP-Tour und hofft auf Titel Nummer 16. 

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