24.10.2019 14:28 |

Siegi Girstmair

Verdienstzeichen für Alpinisten

Tausende Männer hat Siegfried Girstmair sicher in die Berge geleitet, dafür gab es für den abgerüsteten Heeresbergführer das goldene Verdienstzeichen.

Soldat oder nicht, wer in Osttirols Bergen unterwegs ist, der kennt Siegi Girstmair. 1976 als Grundwehrdiener beim Bundesheer eingerückt, hat Siegi erst kürzlich nach 43 Jahren als Vizeleutnant wieder abgerüstet.

Seine Liebe zur Bergwelt hat der Osttiroler beim hochgebirgsbeweglichen Infanterieverband, dem Jägerbataillon 24 in Lienz, für sich entdeckt. „Mein damaliger Kommandant Richard Pettauer hat mich immer unterstützt und auf jeden Kurs geschickt. So konnte ich relativ schnell die Ausbildung zum Heersbergführer, Heeresskilehrer und auch Heersflugretter machen“, schildert Siegi, der außerdem jahrelang im Ausbildungskader der Heersbergführer im Bundesheer tätig war. Siegi - und das wissen nicht nur seine Kameraden - ist ein verantwortungsvoller und besonnener alpiner Vollprofi. Für viele seiner Freunde zählt er sogar zu den erfahrensten Alpinisten Osttirols.

„Ich erinnere mich noch gerne an eine Wintertour auf den Großvenediger. Es schneite kräftig und die Sicht war gleich null. Unser Kommandant, der früher aufgestiegen war, drehte mit seiner Gruppe um. Ich aber zeichnete eine Marschskizze und stieg gleich mit einer ganzen Kompanie, also um die 80 Soldaten, sicher zum Gipfelkreuz auf.“

Verständlich, dass der 63-jährige Vizeleutnant, der lange auch Obmann des Heeressportvereins Lienz Sektion Alpin war, auf dem im Ersten Weltkrieg bitter umkämpften Dolomiten-Gipfel Col di Lana mit dem goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet wurde.

Als Neo-Zivilist wird der 63-Jährige - der unter anderem die drei großen Nordwände der weltberühmten Drei Zinnen in nur einem Tag geklettert ist, die „Nose“ am El Capitan gemacht hat, die Glocknerwand im Hochwinter durchstieg oder am Fitz Roy in Patagonien war, weiterhin im Gebirge unterwegs sein. Seine große Bergleidenschaft gehört jedoch Grönland, wo Siegi mit Freunden eine Erstbegehung im Expeditionsstil mit mehr als 30 Seillängen am Apostel Tommelfinger meisterte, einem 2291 Meter hohen Berg in Südgrönland.

„Sechs Mal war ich bisher in Grönland unterwegs, und ich werde wieder hinauf reisen“, so Siegi zur „BergKrone“. Er ist immerhin auch Zivil-Bergführer und war lange für die Organisation des Berglaufes beim Dolomitenmann-Event verantwortlich. „Geführt habe ich aber nie viel, weil ich meine Freizeit für meine privaten Touren nutzte, aber das kann sich ja jetzt ändern.“

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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