20.10.2019 09:00 |

Vorfall vertuscht

Asylwerber rammte sich Messer in den Bauch

Rund um die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) sind - wie ausführlich berichtet - schon einige beunruhigende Details ans Licht gekommen. Nun wurde der „Krone“ neuerlich ein Vorfall bekannt, der alles Bisherige wohl in den Schatten stellt: Im Jahr 2017 rammte sich ein Bewohner in einem Tiroler Asylquartier ein Messer in den Bauch - vor den Augen mehrerer Heimmitarbeiter! Die politischen Verantwortungsträger bestätigen auf „Krone“-Nachfrage die brutalen Szenen.

An einem Werktag kamen mehrere Mitarbeiter des Asylheims in einem Besprechungsraum zusammen, um über Allfälliges zu diskutieren. Welche schier unfassbaren Szenen sich in der Folge abspielten, schildert ein Informant gegenüber der „Tiroler Krone“. Szenen, die auch von einem weiteren Insider bestätigt worden sind.

„Während des Meetings öffnete sich die Tür und ein Heimbewohner kam herein. Er hatte ein großes Küchenmesser in der Hand“, schildert der „Krone“-Informant. Der Mann war völlig aufgebracht. „Er schrie in seiner Muttersprache sowie auch ein wenig auf Deutsch herum und hantierte mit dem Messer.“ Ob er gegen das Team zum Beispiel Morddrohungen aussprach, könne aufgrund der Sprachdifferenz nicht mehr nachvollzogen werden. Fakt ist, dass sich die Mitarbeiter sehr bedroht gefühlt haben – und zwar minutenlang.

Man habe natürlich versucht, auf den Asylwerber einzuwirken, ihn zu beruhigen – allerdings erfolglos. Plötzlich rammte sich der Mann direkt vor den Augen der Mitarbeiter das Küchenmesser in den Bauch!

Asylwerber kehrte zur Großunterkunft zurück
Polizei und Rettung wurden alarmiert. Der verletzte Asylwerber kam in die Uniklinik Innsbruck. Doch dort wurde er wenige Tage später wieder entlassen und kehrte zur Unterkunft zurück. Da jedoch gegen ihn ein Hausverbot verhängt wurde, blieb ihm der Zutritt in das Heim verwehrt. „Er war aber friedlich und wollte sich entschuldigen. Schließlich wurde er in ein anderes Heim verlegt, da er weiterhin grundversorgt werden musste“, sagt der Kenner.

Es kam zur Einvernahme der Mitarbeiter durch die Polizei. Doch passiert ist bis zum heutigen Tag nichts. „Die Causa wurde unter den Tisch gekehrt“, sagt der Insider und führt weiter aus: „Kurios dabei ist, dass rund ein Jahr später die Sicherheitskosten für die TSD vom Land Tirol gekürzt worden sind. Daher wurden zum Beispiel auch Asylwerber als Security eingesetzt. Das war eine billige Alternative.“

Gekürzt wurden die Kosten mit der Begründung, dass die Zahl der Flüchtlinge zurückgegangen sei. „Unterkünfte am Land wurden geschlossen, die Asylwerber wurden auf Großheime konzentriert. Hunderte Menschen diverser Nationalitäten befanden sich unter einem Dach, was das Konfliktpotenzial erhöhte. An der Sicherheit hätte daher in diesem Ausmaß auf keinen Fall gespart werden dürfen“, verdeutlicht der Informant.

„Nicht mit dem Zeigefinger auf die TSD deuten“
Mit dem Zeigefinger dürfe man nicht auf die TSD deuten, sondern die Politik sei für viele Missstände verantwortlich. „Vonseiten der TSD wurden stets (Verbesserungs-)Vorschläge präsentiert, entschieden haben aber letztlich immer die zuständigen Politiker“, sagt der Kenner. Wurde dann bei der Sicherheit gespart, sei man gezwungen gewesen, das System anderweitig aufrechtzuerhalten. „Das ist der eigentliche Skandal“, verdeutlicht der Insider.

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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