22.09.2019 15:49 |

Weitere Vorwürfe

Insider: „Lügenmärchen“ um Asylheime Ende setzen

In keinster Weise besorgniserregend sei die Situation rund um die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) - so lautete, wie berichtet, das Fazit des von Landeshauptmann Günther Platter einberufenen Runden Tisches. Ein vertrauenswürdiger TSD-Insider hat sich daraufhin an die „Tiroler Krone“ gewandt - und zwar mit weiteren, skandalösen Vorwürfen!

In Bezug auf die Sicherheitslage herrsche in allen 80 Einrichtungen der Tiroler Sozialen Dienste kein Chaos. Die Situation sei ruhig und stabil. 255 Einsätze zwischen Anfang Jänner und Ende Juli seien nicht bedenklich. Die Bevölkerung müsse sich keine Sorgen machen. Das waren die Worte, die Platter mit Soziallandesrätin Gabriele Fischer und Landespolizeichef Helmut Tomac offiziell kommunizierte.

Änderungen geplant
Dennoch wolle man nun das vor einem Jahr erarbeitete Sicherheitskonzept adaptieren. Anpassungen im psychosozialen Bereich, neue Schulungen für das Sicherheitspersonal, Aufstockung der Ressourcen sowie ein transparenteres Handeln seien hierbei angedacht. Adaptierungen, die lediglich dazu dienen, die Bevölkerung zu beruhigen und den Wind aus den Segeln in der hitzigen Debatte zu nehmen? Oder Adaptierungen, weil die Verantwortlichen insgeheim doch wissen, dass es – wie die der „Tiroler Krone“ zugespielten Unterlagen zeigen – Missstände gibt, die behoben werden müssen?

„Asylwerber waren als Securitys eingesetzt“
Ein vertrauenswürdiger Insider der Tiroler Sozialen Dienste will den „Lügenmärchen“ nun ein Ende setzen, packt aus und schürt das Feuer weiter an – und zwar mit skandalträchtigen Inhalten. „Ich kann bezeugen, dass über Monate hinweg Asylwerber als Securitys bei den Heimen eingesetzt wurden. So etwa auch in jener Flüchtlingseinrichtung, die sich in der Innsbrucker Trientlgasse befindet. Genau dort, wo ein Syrer seine Frau ermordet hat“, sagt der Insider und führt aus: „Die Personen haben in der Folge auch Dienstverträge erhalten, waren versichert und wurden normal bezahlt. Es ist dadurch auch häufig zu Konflikten zwischen diesen Securitys und den Heimbewohnern gekommen – wegen der verschiedenen Herkunft. Somalier wollten sich zum Beispiel von einem Iraker überhaupt nichts sagen lassen.“

„In den Einrichtungen fehlten Tausende Euro“
Zudem habe es über Jahre hinweg innerhalb der Tiroler Sozialen Dienste weder Vorgaben noch Richtlinien gegeben. Jeder habe stets einfach nur das gemacht, was er machen wollte. Ein zehnseitiger Katalog mit Verbesserungsvorschlägen sei in weiterer Folge ausgearbeitet worden. „Doch dessen Umsetzung hat den ehemaligen Geschäftsführer nicht interessiert“, betont der Informant. Schließlich habe ein Teil der Mitarbeiter jede einzelne Einrichtung unter die Lupe genommen und die Bettenanzahl erfasst. „Eine gewisse Zeit lang erhielten die Asylwerber in den Unterkünften die Geldbeträge, die ihnen zustanden, in bar ausbezahlt. Die jeweiligen Heimleiter wurden mit der Kassenverantwortung betraut“, erinnert sich der Insider. Das allein ist schon schockierend, doch es geht noch pikanter.

„Es zeigte sich, dass in einigen Einrichtungen ein paar Tausend Euro gefehlt haben. Es hat daher Bestrebungen von Mitarbeitern gegeben, vor Ort einen Kassasturz durchzuführen und die jeweilige Differenz auszugleichen. Doch das hatte für den Ex-Geschäftsführer keine Priorität“, weiß der Kenner. Dann sei das System automatisiert worden. Die Beträge seien überwiesen worden, die Asylwerber hätten Bankomatkarten erhalten. Prinzipiell sei der Umgang mit dem Steuergeld „sehr fahrlässig“ gewesen. „Und einen transparenten Umgang gab es weder intern noch extern. Die Strategie war, alles zu vertuschen“, spricht der Insider Klartext.

„Weder die ÖVP noch die Grünen reagierten“
Haben die regierenden Parteien von all dem gewusst? „Die ÖVP hatte sich rausgehalten und alles abgewälzt. Die Grünen standen in regem Kontakt mit dem Ex-Geschäftsführer, etwas dagegen unternommen haben sie nicht“, sagt der Kenner. Und wie sei derzeit die Lage innerhalb der TSD? „Es ist alles wie gehabt, es hat sich nicht sonderlich viel verändert“, betont der Insider. Und all das ist nicht besorgniserregend?

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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