Fall Ruinerwold

„Mein Bruder war immer nur auf seinen Vorteil aus“

Oberösterreich
17.10.2019 06:00

Josef B. (58), der im „Fall Ruinerwold“ von der niederländischen Polizei festgenommen wurde, stammt aus Waldhausen in Oberösterreich, lebte im Mühlviertel und in Wien. Ex-Nachbarn stellen ihm ein gutes Zeugnis aus. Sein eigener Bruder aber hält gar nichts von ihm. „Mein Bruder war immer nur auf seinen Vorteil aus“, so Franz B. zur „Krone“.

Der mysteriöse Guru wurde am 3. 3. 1961 in Waldhausen als eines von fünf Bauernkindern geboren. Die Tischlerlehre mit Auszeichnung abgeschlossen. Beim Bundesheer in Linz kommt er mit einer Sekte in Berührung. Als der elterliche Bauernhof an den ältesten Bruder Franz übergeben wird, kommt Josef sofort, fordert ein, dass er ausbezahlt wird.

Bruder Franz B.: „Er war bei einer Sekte, ist sich selber besser vorgekommen als der Jesus. Seit zehn Jahren haben wir keinen Kontakt mehr. Ich hab ihn verjagt, als er wollte, dass ich für ihn bürge.“

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Mein Bruder war immer nur auf seinen Vorteil aus. Wie ich ihn das letzte Mal vor zehn Jahren gesehen hab, hab ich zu ihm gesagt: ,Du musst nicht mehr herkommen, schau, wo der Pfeffer wächst. Mit solchen Leuten wie dir will ich nichts zu tun haben.‘

Franz B. aus Waldhausen wirft seinem Bruder Josef B. ungehemmte Geldgier vor.

In diesem alten Haus in Pabneukirchen lebte Josef B. zehn Jahre lang. (Bild: Gantner Christoph)
In diesem alten Haus in Pabneukirchen lebte Josef B. zehn Jahre lang.

Töchter monatelang bei Freunden alleingelassen
Ein weiterer Bruder rief Josef B. vor vier Jahren an, sagte ihm, dass der Vater gestorben sei. Josef kam nicht zum Begräbnis. Auch als die Mutter vor eineinhalb Jahren starb, interessierte es ihn nicht. Seine eigenen erwachsenen Zwillingstöchter, die er mit einer Japanerin gezeugt hatte, versuchten 2017, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Josef B. soll die Töchter, als sie klein waren, monatelang bei Freunden in den Niederlanden alleingelassen haben.

Bürgermeister Johann Buchberger kannte B. nur flüchtig. (Bild: Christoph Gantner)
Bürgermeister Johann Buchberger kannte B. nur flüchtig.

„Er hatte große Überzeugungskraft“
Von 1998 bis etwa 2008 lebte Josef B. in Pabneukirchen (OÖ) im 300 Jahre alten Haus der Erbtante Theresia St., arbeitete als Tischler, ist aber auch in Wien gemeldet. Die Nachbarn wie Josef Kranzer stellen ihm eher ein gutes Zeugnis aus: „Er war immer freundlich. Ich hab keinen schlechten Eindruck von ihm gehabt.“

Josef Kranzer (80) aus der Ortschaft Riedersdorf in Pabneukirchen (Bild: Christoph Gantner)
Josef Kranzer (80) aus der Ortschaft Riedersdorf in Pabneukirchen

Andere meinen: „ Solange es nach seinem Schädel ging, war alles wunderbar. Er hatte eine große Überzeugungskraft.“ 2009 verkaufte Josef B. nach dem Grund auch das Haus. Er lebte damals bereits in Meppel in den Niederlanden.

Kronen Zeitung

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