13.10.2019 14:46 |

Gegen Werbeverweigerer

Post-Pickerl-Aktion sorgt in Wien für Unmut

Viel Ärger verursachen derzeit gelbe Notizzettel auf zahlreichen Briefkästen in zwei Wiener Bezirken. Da der weit verbreitete „Keine Werbung“-Aufkleber ein Dorn im Auge zu sein scheint, möchte das Unternehmen nun auf die Vorzüge von Reklame hinweisen. Dass es eigentlich um Geld geht, ist dabei kein großes Geheimnis.

Anfang der Woche wurden viele Wiener von einem Notizzettel am Postkasten überrascht – und verärgert. Mit einer neuen Kampagne will die Post für Reklame werben. Gratis könne der „Verzichtervernichter“, ein Schaber, mit dem sich Anti-Werbe-Aufkleber entfernen lassen, bestellt werden.

Flugblätter und „Kuvert“-Sendungen bringen Geld
Was wie eine Rückholaktion im Sinne von Rabatten erscheint, hat allerdings einen anderen Hintergrund. Denn Flugblätter und „Kuvert“-Sendungen bringen dem Unternehmen viel Geld. Allein mit dem „Kuvert“ erreicht man drei Millionen Haushalte. Fast 383 Millionen Euro werden so Jahr für Jahr mit Werbung eingenommen. Nur nicht mit Werbeverweigerern, deren Zahl permanent ansteigt.

Aktion vorerst in zwei Wiener Bezirken
Um dem entgegenzusteuern, wählte man den oben genannten Weg. Vorerst nur in zwei Wiener Bezirken, die Aktion könnte in weiterer Folge wohl auf die Bundesländer ausgeweitet werden. Beschwerden trudeln im Minutentakt ein. Die Post reagierte auf Facebook: „Werbung ist legitim.“

Doch gerade in Zeiten, in denen über Umweltschutz und Klimawandel diskutiert wird, verzichten viele Österreicher liebend gerne auf kiloweise zusätzlichen Papiermüll.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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