Jussens im Musikverein

Wenn das Klavier zum Schlagzeug wird

Kultur
26.02.2026 15:23

Die Brüder Lucas und Arthur Jussen gastieren im Wiener Musikverein mit Béla Bartóks Konzert für zwei Klaviere und Schlagzeug – ein mitreißender Abend des dynamischen Duos, gefolgt von einer Klanglawine: Losgetreten durch Richard Strauss‘ „Alpensinfonie“. Tosender Applaus

Sie sind von klein auf unzertrennlich, insbesondere in Sachen Klavierspiel, das die beiden niederländischen Brüder Lucas, 32, und Arthur, 29, Jussen bereits in jungen Jahren gelernt und im Parallelschritt bei unterschiedlichen Lehrern perfektioniert haben. Sie bespielen zurzeit wie kein anderes Duo die Konzert-Nische für zwei Klaviere und haben mit ihrer erfrischenden, unprätentiösen Art die Herzen des Publikums erobert.

Auch in Wien haben die beiden sympathischen Blondschöpfe ihre Fans – und sorgten einmal mehr für einen ausverkauften Musikverein.

Diesmal waren sie zu Gast mit Béla Bartóks Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester in Gestalt der Wiener Symphoniker mit Chefdirigent Petr Popelka am Pult. Ein Stück wie ein Schweizer Uhrwerk, bei dem höchste Präzision gefordert ist: Bartók lässt die beiden Klaviere wie Schlaginstrumente agieren, die mit Schlagwerk (tadellos: Michael Vladar und Thomas Schindl) und Pizzicati der Streicher zur rhythmisierenden Einheit verschmelzen.

Die Jussens meistern diese Herausforderung mit verblüffend spielerischer Leichtigkeit, vielleicht weil dieses dynamische Werk wie angegossen (wie ihre Slim-Fit-Anzüge) zu ihnen passt. Wie zwei Rockstars groovten und swingten sie durch die dichten, klanglich brutal-harten Passagen, immer fein abgestimmt durch Popelkas umsichtiges Dirigat. Die Einsätze geben sie sich mit einem lässigen Zuzwinkern. Einfach cool!

Bei der Zugabe „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“, eine Bach-Kantate bearbeitet für Klavier zu vier Händen von György Kurtág, rückten sie auf einem Hocker zusammen und vollendeten ihren Auftritt mit einem samtig perlenden Glücksmoment.

Nach der Pause durften die Symphoniker dann zur Höchstform auflaufen. Angesagt war der Gewaltmarsch durch Richard Strauss' „Alpensinfonie“ – was manch erfahrene Konzerthasen als lästige Hypertrophie empfinden, bleibt das Monumentalwerk ein musikalisches Ereignis, mit dem nieder donnernden Gewitter als Höhepunkt. Popelka versteht es, die Strauss´schen Notengebirge so aufzutürmen, dass man von dieser vibrierenden Klanglawine zwar mitgerissen, aber nicht erdrückt wird. 

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