Nach der Festnahme einer erst 14-Jährigen, die unter dringendem Tatverdacht steht, eine Pensionistin am Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing mit einem Taschenmesser erstochen zu haben, wurde nun Untersuchungshaft über die Teenagerin verhängt. Der Grund: Tatbegehungsgefahr!
Noch am Mittwoch war unklar, ob die tatverdächtige 14-Jährige in U-Haft kommt oder direkt in ein forensisch-therapeutisches Justizzentrum überstellt wird. Laut Staatsanwältin Nina Bussek wurde am selben Tag ein Antrag auf U-Haft gestellt. Das zuständige Gericht hat diesem Antrag am Donnerstag aufgrund Tatbegehungsgefahr stattgegeben, wie Gerichtssprecherin Christina Salzborn gegenüber der „Krone“ bestätigt.
Bluttat unter Einfluss von Xanax?
Die Staatsanwaltschaft Wien hat bereits ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Ein Sachverständiger soll klären, ob die 14-Jährige zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war. Geprüft wird auch, ob eine mögliche völlige Berauschung vorlag. Laut bisherigen Informationen soll sie zehn Tabletten des Medikaments „Xanax“ eingenommen haben, ein angstlösendes Beruhigungsmittel. Auf dieser Grundlage soll entschieden werden, ob eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum notwendig ist. Die U-Haft gilt vorerst bis 12. März.
14-Jährige sitzt in Wien-Josefstadt ein
Die 14-Jährige befindet sich derzeit in der Spitalsabteilung Josefstadt und wird dort auch videoüberwacht. Die unter Obsorge der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) stehende 14-Jährige war in der Vergangenheit immer wieder in stationärer sowie ambulanter Behandlung wegen Eigengefährdung gewesen.
Vor der Haftrichterin machte die 14-Jährige laut Salzborn keine weiteren Angaben zur Tat, eine Verteidigerin und die Mutter der jungen Frau waren bei der Vernehmung anwesend. Bis das psychologische Gutachten vorliegt, wird es voraussichtlich mehrere Wochen dauern.
Anrainer leben in Angst
Die Bluttat am Montagnachmittag löste eine Welle des Entsetzens in der Bevölkerung aus. Bei einem „Krone“-Lokalaugenschein herrscht nach der Tat große Sorge vor Nachahmungstätern im Umfeld der Jugendpsychiatrie, in der auch die 14-Jährige lebte.
Das Opfer war am Montag beim elterlichen Grab zu Besuch, als die 14-Jährige die Pensionistin offenbar zufällig auswählte. Die Frau hatte keine Chance und wurde später von einer Passantin mit zahlreichen Stich- und Schnittverletzungen am Hals und Kopf entdeckt. Die psychisch auffällige Jugendliche wurde anschließend von der Polizei in der sozialpsychiatrischen Wohngemeinschaft festgenommen, in der sie seit November wohnte. Dabei wurden das Taschenmesser als mutmaßliche Tatwaffe, blutbefleckte Kleidung sowie ihr Handy sichergestellt.
Motiv weiterhin rätselhaft
Beim Verhör soll die Minderjährige grundsätzlich geständig gewesen sein, Angaben zu einem Motiv habe sie laut Ermittlern aber nicht gemacht. Besonders verstörend: Unmittelbar nach der Tat soll das Mädchen ein Handy-Kurzvideo bzw. Foto der Leiche aufgenommen und via Social Media verschickt haben.
Laut der MA 11 war sie zuvor nicht polizeilich wegen Straftaten in Erscheinung getreten. Die Handlungen der Teenagerin seien für das Personal „nicht vorhersehbar“ gewesen, sagte eine Sprecherin. Eine Obduktion der Leiche wurde bereits in Auftrag gegeben. Ein Ergebnis ist noch ausständig.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.