Streit mit den Chefs

Jankos Zukunft in Salzburg ist äußerst fraglich

Fußball
19.05.2010 09:35
Marc Janko scheint sich angesichts seiner Reservistenrolle in den letzten Runden bei Meister Red Bull Salzburg nicht mehr wohl zu fühlen. Das lässt sich auch an den jüngsten Wortmeldungen des Team-Stürmers ablesen. Janko hatte in den vergangenen Tagen mehrmals seinen Frust offen gezeigt und dabei Trainer Huub Stevens verbal attackiert, was für großen Wirbel in der Bullen-Chefetage sorgte.

Mit der ständigen Kritik an seiner Person sei ihm das Selbstvertrauen genommen worden, meinte Janko und deutete eine Bereitschaft zum Klubwechsel an. Fußballchef Dietmar Beiersdorfer schimpfte am Montagabend auf Servus-TV über die inakzeptablen Aussagen, die gegen den Red-Bull-Kodex verstießen. "Über Trainer und Teamkollegen spricht man nur intern. So etwas darf man nicht in die Öffentlichkeit tragen. Das können wir so nicht stehen lassen", sagte der Deutsche.

Ein Gespräch zwischen Beiersdorfer und Janko-Berater Georg Stangassinger ist für kommende Woche angesetzt, wenn der 26-Jährige bereits auf Urlaub weilt. Ob der Goalgetter noch einmal im Salzburg-Trikot zu sehen sein wird, scheint fraglich, selbst wenn Janko im ÖFB-Camp in Pörtschach betonte: "Ich weiß, wie meine Zukunft ausschaut. Ich habe bei Salzburg einen Vertrag bis 2013 und das Training geht am 8. Juni wieder los."

Transfer ins Ausland?
Allerdings steht nun mehr denn je ein Auslandstransfer im Raum. "Das ist ein Schritt, denn jeder für sich selbst wählen muss. Wenn es so weit kommen sollte, werde ich es mir gut überlegen und den Verein genau aussuchen", erklärte der Niederösterreicher. Als Belastung vor dem Länderspiel gegen Kroatien sieht Janko seine ungewisse Zukunft nicht. "Natürlich ist die Situation nicht einfach, aber ich bin Profi genug, das alles auszuschalten. Nach dem Urlaub sehen wir weiter."

Gegen die Kroaten hat der 15-fache Internationale die Chance, sich vor zahlreichen Scouts namhafter Vereine - darunter Bayern München, Juventus oder AS Roma - zu präsentieren. "Doch wenn man darauf Wert legt, neigt man dazu, zu verkrampfen. Außerdem spielt man nicht für die Scouts, sondern für sich selbst und die Mannschaft", betonte Janko.

Gegen Kroatien feierte Janko im Mai 2006 in Wien sein ÖFB-Debüt. "Das war damals eine Riesensache für mich, seither ist viel passiert. Es steht außer Frage, dass uns die Kroaten weit überlegen sind. Sie stehen nicht umsonst unter den Top Ten der Weltrangliste, ein Sieg oder ein Unentschieden wäre ein Erfolg."

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