17.09.2019 10:06 |

Kritik an Medien

Gabalier: „Teufel über mich an die Wand gemalt“

Zum Thema Beziehung herrscht derzeit Funkstille bei Andreas Gabalier. Er will sich nicht weiter zum Liebes-Aus mit Langzeitfreundin Silvia Schneider äußern. Eine deutsche Zeitschrift traf ihn - einen Tag vor der Trennung (siehe Video oben) - zum Interview und durfte da schon keine privaten Fragen mehr stellen. Zum politischen Klima in Österreich hingegen schon. Und so wird in dem jetzt online veröffentlichten Gespräch ein weiteres Mal klar, dass Gabalier stinksauer auf einige österreichische Journalisten ist, denen er vorwirft, der US-amerikanischen „New York Times“ gezielt „Böses“ über ihn erzählt und den „Teufel an die Wand gemalt“ zu haben.

Knapp eine Woche bevor die Trennung von Schneider bekannt wurde, hatte es Aufregung um einen Artikel über den steirischen Star in der US-Zeitung „New York Times“ gegeben, in dem ihm Populismus und Volkstümlertum vorgeworfen wurde. Unter anderem wurde dort behauptet, Österreicherinnen würden seinetwegen wieder verstärkt Dirndlkleider tragen, ohne zu erwähnen, dass Trachten ohnehin großteils in unserer ländlichen Kultur verwurzelt sind.

Erneut „Falter“ und „Standard“ im Fokus
Die Schuld an dem negativ ausgelegten Bericht gibt Gabalier nun im Gespräch mit dem „Stern“ ihm nicht wohlgesinnten österreichischen Journalisten - und er nennt später auch deren Medien: „Falter“ und „Standard“.

Es seien Journalisten über ihn befragt worden, die sich schon lange mit ihm beschäftigen und „etwas Böses suchen und sehen wollen, die Lieder zerpflücken, einzelne Textzeilen und Wörter, und dann den Teufel an die Wand malen“.

„Ochs‘ und Esel“-Sager im Dezember
Bei einem Konzert im Dezember hatte Gabalier die Chefredakteure des „Standard“ und des „Falter“ schon einmal attackiert, sie als „Ochs‘ und Esel in der Krippe“ bezeichnet und beiden Medien vorgeworfen, „undercover in der Halle“ zu sein, um „verheerende Geschichten“ zu schreiben, weil „ganz Wien heute in Tracht zum Gabalier gegangen ist“.

Ein Interview habe es mit diesen Medien nie gegeben, so Gabalier. Er müsse auch nicht jedem „Zucker in den Hintern blasen“.

Auch auf die österreichische Politik geht Gabalier in dem „Stern“-Interview ein. Nähe zu einer bestimmten Partei will er sich nicht vorwerfen lassen. Er sagt: „Viele Politiker haben öfter mal was auf Facebook geliked. Mir steht es nicht zu, zu bestimmen, wem meine Musik gefällt und nicht gefällt. Ich will nur nicht, dass es politisch verwendet wird. Das war‘s.“

Seine Popularität und Reichweite auf der Bühne will Gabalier nicht ausnutzen. Herbert Grönemeyer etwa sorgte gerade bei seinem Wien-Konzert für Aufsehen, als er seine Besucher aufrief, „zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat“.

„Leute haben die Schnauze voll“
„Ich habe mir immer gedacht, dass ich ein bisschen Entertainment schenke. Eine Auszeit auf den Konzerten, für Leute, die ohnehin tagein, tagaus mit Politik konfrontiert sind. Deshalb habe ich es nie als meine Berufung gesehen, von der Bühne runter zu predigen und zu sagen, was die Leute zu wählen haben“, ist Gabaliers Meinung. Er findet, die Menschen hätten sowieso „die Schnauze voll, jetzt, wo in Österreich Neuwahlen sind“. 

„Jeder Künstler muss das selbst entscheiden“
Doch: „Am Ende muss es jeder Künstler für sich selbst entscheiden. Wir verkaufen eine Auszeit und drei Stunden kleine, heile Welt. Aber wenn man sich nicht für Links starkmacht als Künstler, dann ist man automatisch rechts. Das habe ich immer sehr intolerant gefunden von jenen, die eigentlich Toleranz predigen.“

Von den Politikern wünsche er sich, dass sie aufhören, Schmutzwäsche zu waschen, und stattdessen ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und regieren.

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