18.08.2019 13:36 |

IS-Terror in Kabul

Mehr als 60 Tote bei Anschlag auf Hochzeit

Bei einem Selbstmordattentat in einer Hochzeitshalle in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am späten Samstagabend mindestens 63 Menschen getötet worden. Mindestens 182 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, Sonntagfrüh mit. Die Terrororganisation IS hat sich zu der Bluttat bekannt.

In einer am Sonntag über das Internet verbreiteten Nachricht des IS hieß es, ein Selbstmordattentäter habe bei einer Versammlung von „Häretikern“ eine Sprengstoffweste gezündet. Als Sicherheitskräfte zu dem Ort geeilt seien, hätten andere IS-Kämpfer noch eine Autobombe gezündet. Das afghanische Innenministerium bestätigte jedoch nur das Selbstmordattentat auf die Hochzeit.

Laut Innenminister Rahimi ereignete sich die Explosion kurz vor 23 Uhr in der Hochzeitshalle „Dubai“ im Südwesten der Stadt. Bei Hochzeiten in Kabul feiern Männer und Frauen in getrennten Räumen. Zumeist sind Hunderte Gäste geladen. Üblicherweise wird nach 22 Uhr das Abendessen serviert.

Blutigster Anschlag seit Jahresbeginn
Noch in der Nacht in sozialen Medien geteilte Videos zeigten verzweifelte Menschen vor der Hochzeitshalle, die Familienmitglieder vermissten. Bilder aus der Halle zeigten blutbefleckte weiße Sessel und viele zwischen oder noch auf ihnen liegende leblose Körper. Im Zentrum Kabuls waren auch eine Stunde nach dem Angriff noch Sirenen von Rettungswagen zu hören. Der Angriff war die tödlichste Attacke in Afghanistan seit Jahresbeginn.

Nach UNO-Angaben handelte es sich um eine Hochzeitsfeier von Schiiten. Der sunnitische IS hat in der Vergangenheit in Afghanistan immer wieder Schiiten angegriffen, die die Extremisten als Ungläubige betrachten. Die UNO-Mission in Afghanistan verurteilte den Anschlag. Ein bewusster Angriff auf die Zivilbevölkerung sei „empörend und zutiefst beunruhigend“, sagte Tadamichi Yamamoto, der Sonderbeauftragte des UNO-Generalsekretärs für Afghanistan. Der Angriff könne nur als feige Tat des Terrors bezeichnet werden.

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