12.08.2019 09:54 |

Gefährlicher Flirt

Experten warnen vor Radarfunktion in Dating-App

Gefährlicher Flirt: Experten warnen vor der sogenannten Radarfunktion in der Dating-App Lovoo. Über sie sei es möglich, auf 30 bis 50 Meter genaue Bewegungsprofile der Nutzer zu erstellen und damit Rückschlüsse auf deren Wohn- und Arbeitsorte zu ziehen.

Wie auch andere Dating-Apps zeigt Lovoo seinen Nutzern über eine Radarfunktion an, welche Nutzer der App sich ebenfalls in der näheren Umgebung von rund 100 Metern befinden. Mithilfe eines einfachen geometrischen Messverfahrens über drei verschiedene Einwahlpunkte könne der Standort jedoch wesentlich genauer, auf bis zu 30 Meter, bestimmt werden, so Datenjournalisten des Bayerischen Rundfunks. Kombinieren lasse sich der Standortverlauf außerdem mit weiteren Profilinformationen wie der sexuellen Orientierung oder den hinterlegten Bildern.

Den Experten war es gelungen, über eine technische Schnittstelle Informationen von Nutzern in München gezielt und in großer Anzahl abzurufen. Über fünf Tage hinweg sammelten sie über ein angelegtes Profil die Daten von neun verschiedenen Standorten. Alle 15 Minuten hätten sie dann Informationen über Nutzer bekommen, die sich in dem Bereich bewegten, darunter Alter, Geschlecht und Profilbild.

„Immer eine Gefahr“
IT-Sicherheitsexperte Linus Neumann vom Chaos Computer Club warnte, dass ein Missbrauch nie ganz ausgeschlossen sei: „In dem Moment, in dem ich als Nutzer meine Standortdaten mit wildfremden Menschen teile, gibt es natürlich immer eine Gefahr. Auch wenn diese Daten ungenauer hinterlegt werden, wäre immer noch zu erkennen, in welcher Stadt und in welchem Stadtteil ich mich befinde und wo ich mich regelmäßig bewege.“

Neumann riet dem App-Betreiber, die Nutzung der Schnittstelle einzuschränken, wie viele Abfragen ein Profil schicken darf. Damit könnte man verhindern, dass ein Profil binnen Sekunden von drei unterschiedlichen Orten aus abfragt. Auch wäre es möglich, die Anzahl der Dating-Partner einzugrenzen, die einem angezeigt werden.

Lovoo: „Nehmen Datenschutz äußerst ernst“
Lovooo betonte, den Datenschutz seiner Nutzer „äußerst ernst“ zu nehmen. Die Standortdaten der Nutzer würden „ausschließlich verwendet, wenn der Nutzer diese mit seiner Einwilligung übermittelt, um bestimmte Funktionen zu nutzen. Um die Daten der Nutzer zu schützen, setze man zudem „eine Vielzahl von technischen und organisatorischen Maßnahmen ein.“ So würden etwa ausschließlich ungenaue Koordinaten und Distanzen an die Nutzer verschickt.

Das reiche jedoch offenbar nicht aus, folgert der Bayerische Rundfunk. Bei anderen Dating-Apps wie etwa Tinder sei eine genaue Ortung des Standorts von vornherein kaum möglich.

 krone.at
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