05.08.2019 09:17 |

Riesige Datenmengen

KI soll Kinderpornografie im Internet erkennen

Kinderpornografie ist neben Waffen und Drogen das Hauptkriminalitätsfeld im verborgenen Teil des Internets, dem sogenannten Darknet. Künstliche Intelligenz soll künftig helfen, sie aus der Bilderflut im Netz herauszufiltern, Gesichter von Tätern und Opfern zu erkennen, bekannte von unbekannten Akteuren zu trennen und die Ermittler zu entlasten. An diesem Montag stellt der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach dazu in Düsseldorf ein gemeinsames Forschungsprojekt mit dem Hard- und Software-Entwickler Microsoft vor.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hatte kürzlich die Dramatik des ungleichen Kräftemessens zwischen Pädo-Kriminellen im Netz und den unzureichenden Ressourcen der Fahnder anhand ernüchternder Zahlen unterlegt. Demnach waren von rund 1900 Verfahren, die Mitte Juni in seinem Bundesland wegen Verdachts auf Kindesmissbrauch oder Kinderpornografie anhängig waren, nur zwölf Prozent in der Auswertung. Allein 557 Durchsuchungsbeschlüsse warteten auf Vollstreckung.

Praktisch nicht in den Griff zu bekommen
„Die Behörden schaffen es nicht, der riesigen Datenmengen Herr zu werden“, klagte der Innenminister. Nach Angaben der Stabsstelle gegen Kinderpornografie in Nordrhein-Westfalen kann ein Sachbearbeiter im Durchschnitt 500 Bilder in einer Stunde anschauen. Bei dem Kriminalitätskomplex gehe es aber um die unvorstellbare Menge von drei Petabyte (ein Petabyte entspricht einer Million Gigabyte).

Klagen der Fahnder über das praktisch nicht in den Griff zu bekommende Ausmaß an Ermittlungsarbeit im Bereich Kinderpornografie hatten im April 2017 die Zentralstelle Cybercrime NRW (ZAC) auf den Plan gerufen. Das bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelte Kompetenzzentrum ist nach Angaben der Landesregierung die bundesweit größte Cybercrime-Einheit der deutschen Justiz. Sie hat Kooperationspartner akquiriert und stellt nun die Ergebnisse der Entwicklungen vor.

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