25.07.2019 18:00 |

Flüchtlingsboot

Schiffbruch vor Libyen: Bis zu 150 Tote befürchtet

Bei einem Schiffbruch vor der Küste Libyens sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks bis zu 150 Menschen ums Leben gekommen. Weitere etwa 150 seien gerettet worden und würden nach Libyen zurückgebracht, teilte ein UNHCR-Sprecher am Donnerstag in Genf mit. Laut der libyschen Küstenwache werden 115 Migranten vermisst.

Insgesamt seien 250 Menschen an Bord des Holzboots gewesen, sagte Marinesprecher Ajub Kassim der Deutschen Presse-Agentur. Die Küstenwache habe zusammen mit einigen Fischern 134 Migranten aus verschiedenen afrikanischen und arabischen Ländern gerettet. Zudem sei eine Leiche aus dem Wasser geborgen worden. Nach UN-Angaben startete das Boot die Überfahrt vom Küstenort Al-Chums.

UNHCR: „Schwerste Tragödie im Mittelmeer heuer“
UNHCR-Chef Filippo Grandi sprach auf Twitter von der „schwersten Tragödie im Mittelmeer im heurigen Jahr“. Jetzt sei es dringend notwendig, endlich „sichere Routen“ aus Libyen zu ermöglichen und die Seenotrettung wieder aufzunehmen, appellierte Grandi an die Weltgemeinschaft.

Libyen ist ein Transitland für Migranten, von denen viele versuchen, in seeuntüchtigen Booten über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. UNCHR und andere Hilfsorganisationen haben wiederholt gefordert, aus dem Meer gerettete Menschen nicht nach Libyen zurückzuführen. Sie würden im Bürgerkriegsland unter unmenschlichen Bedingungen interniert.

Bürgerkrieg in Libyen: Flüchtlingszahlen könnten wieder steigen
Heuer kamen bisher in Italien laut UNHCR lediglich rund 3200 Migranten an. Im Gesamtjahr 2018 waren es noch mehr als 23.000 und 2017 fast 120.000. In der EU wächst jedoch die Sorge, dass die Zahlen wegen der Kämpfe in Libyen schnell wieder steigen könnten. „Wir beobachten eine Zunahme der Überfahrten“, sagte ein EU-Vertreter vor wenigen Tagen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Grund könne sein, „dass die libysche Küstenwache weniger aktiv“ sei.

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