25.07.2019 06:48 |

„Äußerst bedauerlich“

Nordkorea feuert zwei Kurzstreckenraketen ab

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un kann es nicht lassen: Obwohl er US-Präsident Donald Trump zugesagt hatte, seine Atomwaffentests nicht wiederaufzunehmen, feuerte das nordkoreanische Militär Donnerstagfrüh zwei Kurzstreckenraketen ins Meer. Die Geschosse flogen etwa 430 Kilometer, bis sie ins Japanische Meer stürzten.

Der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte berichtete über die Abschüsse. Die Wachsamkeit sei für den Fall weiterer Tests verstärkt worden, hieß es. Der Raketentyp wurde zunächst nicht weiter beschrieben. Zusammen mit den USA würden die Daten über den Test weiter ausgewertet, hieß es.

Raketen können vermutlich mit Atom-Sprengkopf ausgestattet werden
Auch ist noch unklar, ob es sich um ballistische Raketen handelte. UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Japans Verteidigungsminister Takeshi Iwaya betonte, die Raketen hätten nicht japanische Hoheitsgewässer erreicht. Er bezeichnete die Raketenstarts als „äußerst bedauerlich“.

Die neuen Waffentests wurden in Südkorea auch als Zeichen den Unmuts der kommunistischen Führung im Nachbarland wegen neuer Militärübungen der USA mit Südkorea gesehen, die beide Länder für August planen. Nordkorea hatte deswegen zuletzt auch die Wiederaufnahme neuer Verhandlungen mit den USA infrage gestellt.

Kim und Trump hatten Ende Juni bei einem kurzen Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel vereinbart, Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region aufzunehmen. Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen der beiden im Februar in Vietnam weckte das Treffen neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas.

Trotz Raketentests schenkt Trump Kim sein Vertrauen
Nordkorea hatte zuletzt Anfang Mai zwei Kurzstreckenraketen getestet. Dabei wurden nach nordkoreanischen Angaben auch Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Experten vermuten, dass dabei auch ein ballistisches Raketensystem erprobt wurde. Trump verwies damals auf die geringe Reichweite der Geschosse und betonte, solche Tests könnten sein Vertrauensverhältnis zu Kim nicht zerstören.

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