07.07.2019 13:05 |

Reaktion auf Kritik

Roger Federer: Rasen in Wimbledon ist wie ein Wein

Roger Federer hat bei seiner 21. Wimbledon-Teilnahme zum 17. Mal die zweite Woche erreicht. Der 7:5,6:2,7:6(4)-Erfolg über Lucas Pouille (FRA) war am Samstag auch sein 350. Einzelsieg auf Major-Ebene. Zwar hat der 37-jährige Schweizer wie übrigens auch Novak Djokovic und Rafael Nadal schon einen Satz abgegeben. Doch seine Anwartschaft auf Rekordtitel Nummer 9 hat er auf jeden Fall untermauert. Ja, sogar der Rasen kommt dem Superstar jetzt entgegen. 

„Ich bin zufrieden, denn die schwierigsten Partien in Wimbledon sind immer die ersten beiden“, sagte der Rekordsieger im All England Club. Gegen den unbekannten Südafrikaner Lloyd Harris hatte er gleich den ersten Satz seines Turniers abgeben müssen, ehe er mit 3:6,6:1,6:2,6:2 noch klar gewann. Nun trifft er am Montag auf den als Nummer 17 gesetzten Matteo Berrettini, der sich in fünf Sets gegen Diego Schwartzman (ARG) durchsetzte.

Federer war froh, den Test gegen Pouille bestanden zu haben. „Ich hoffe, es braucht eine sehr gute Leistung, um mich hier zu bezwingen, nicht nur eine durchschnittliche“, meinte der vierfache Familienvater, der in Wimbledon seinen 21. Major-Titel im Visier hat. In seinem Wohnzimmer „Wimbledon“ wurde zuletzt von manchen Spielern bemängelt, dass der Rasen langsamer als üblich sei. „Das glaube ich nicht. Es ist wie beim Wein. Es ist nicht jede Saison gleich, auch wegen des Wetters“, meinte Federer. Darum sei der Untergrund in der ersten Woche vielleicht etwas weicher gewesen.

Durch die vielen sonnigen Tage, - in der ersten Woche gab es keine einzige Regenunterbrechung -, sind aus Federers Sicht die Plätze härter geworden. Befragt zu den vielen frühen Niederlagen von etwa Dominic Thiem, Alexander Zverev und Stefanos Tsitsipas hatte Federer eine klare Meinung. „Erfahrung ist sehr wichtig auf Rasen. Ich habe 1999, 2000 und 2002 in der ersten Runde verloren“, erinnerte der „Maestro“. „Auf Rasen gerät man schneller in Panik. Vielleicht wird man im Alter und mit der Erfahrung ruhiger.“

So wenig er sich vielleicht bei zwei weiteren Siegen das programmierte Halbfinal-Duell mit Rafael Nadal wünscht, so sehr hat er um ein anderes mit dem Mallorquiner gekämpft. Zugunsten seiner Stiftung wird er 2020 in seinem 6. „Match for Africa“ gegen Nadal in Südafrika spielen. „Ich habe zwei Jahre gebraucht, um ein Datum zu finden, das uns beiden passt“, verriet Federer lachend. Damit wird ein großer Wunsch Federers, dessen Mutter Südafrikanerin ist und der ja neben der Schweizer auch die südafrikanische Staatsbürgerschaft besitzt, erfüllt.

Ohne Satzverlust in den ersten drei Runden sind bei den Herren nur der Wimbledon-Finalist von 2016, Milos Raonic (CAN-15), Roberto Bautista Agut (ESP-23) und Kei Nishkori (JPN-8) geblieben. Letzterer wäre möglicher Viertelfinalgegner Federers.

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