Club-Coach knallhart

Darum zerschnitt Canadi Armani-Jacke seines Sohnes

Seit knapp drei Wochen ist Damir Canadi Trainer beim deutschen Zweitligisten FC Nürnberg am Ruder. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung erklärte der ehemalige Rapid- und Altach-Coach nun, wie er den Club wieder ganz nach oben führen will und der Wiener verriet auch gleich einige geheime Details aus seinem Privatleben. So etwa, warum er mit dem aktiven Fußball aufhören musste, wie er zum Hausmeister wurde - und warum er die Armani-Jacke seines Sohnes, dem heutigen Lustenau-Profi Marcel Canadi, einfach zerschnitten hat.

In seiner aktiven Laufbahn als Spieler wechselte Canadi in zwölf Jahren zwölfmal den Verein, ehe er wegen Hüftproblemen schon mit 31 Jahren seine Karriere beenden musste. Noch heute hat der Neo-Coach der Nürnberger Probleme damit, erzählt er in der „Bild“-Zeitung. „Es geht mal besser, mal schlechter. Ich kann aber laufen und Ski fahren. Ab und zu ist auch ein Fußballspiel bei den Alten Herren möglich.“ 

Vom Hausmeister zum Star-Trainer
Auch deshalb bleibt Canadi trotz der jüngsten Erfolge als Coach von Atromitos Athen bescheiden. Als Hausmeister hatte er das schließlich gelernt. Doch wie kam es überhaupt zu diesem für einen Ex-Kicker ungewöhnlichen Job? „Als ich 27 Jahre war, kam mein Sohn Marcel zur Welt. Ich musste damals wegen meiner Hüftprobleme jede Woche mit Schmerzmitteln spielen. Dazu kam die generelle Unsicherheit im Fußball. Ich wollte für Frau und Kind etwas Sicheres haben. Als Hausmeister wurde ich gut entlohnt und konnte mich trotzdem noch nebenbei um Fußball kümmern und die Trainerausbildung machen. Es war ein wichtiger Schritt, dieses Berufsleben nach den Profi-Jahren kennenzulernen. Das hat viel Demut und Wertschätzung mitgebracht und gezeigt, was es heißt, arbeiten zu müssen, um seine Familie zu ernähren“, erzählt er. 

Und diese Bescheidenheit will er nicht nur seinen neuen Spielern - darunter Ex-ÖFB-Keeper Andreas Lukse und der ehemalige U21-Teamspieler Nikola Dovedan - bei Nürnberg, sondern auch seinem Sohn Marcel mitgeben. Der spielt mittlerweile bei Austria Lustenau in der zweiten Liga, hatte aber schon in seiner Jugendzeit kurz die Bodenhaftung verloren. Canadi reagierte blitzschnell, zerschnitt ihm die teuer gekaufte Armani-Jacke.  

„Das war eine Wertesache“
„Das war eine Wertesache. Ich stamme aus einer Gastarbeiter-Familie, die 1967 aus Jugoslawien nach Österreich gekommen ist. Ich wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Ich hatte mit ihm abgemacht, dass wir uns diese Jacke für ihn leisten, er aber beachten soll, aus welchen Verhältnissen wir kommen. Er hat trotzdem damit angegeben. Das ging so nicht. Jetzt ist er 21 Jahre und ein guter, demütiger Junge.“

Canadi hat beim Club einen Zweijahresvertrag und soll den Rekordabsteiger wieder nach oben bringen. „Wir wollen in den nächsten zwei Jahren aufsteigen. Das ist das ganz große Ziel. Umso schneller desto besser“, sagte der Österreicher. Saisonstart ist am 26. Juli - erster Gegner Dynamo Dresden auswärts.

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