02.07.2019 20:00 |

10.000 Angestellte

Rauchverbot besiegelt das Aus für Shisha-Bars

Nach der Einigung am Dienstag im Nationalrat auf ein Rauchverbot in der Gastronomie ab November haben sich Branchenvertreter der Wirtschaftskammer kritisch zu Wort gemeldet. Die bereits früher geäußerte Forderung nach Ausnahmen für Shisha-Bars sei vom Nationalrat nicht berücksichtigt worden, so die Wirtschaftskammer Wien am Dienstag. Damit sei das Aus für Shisha-Bars besiegelt.

„Somit bedeutet das komplette Rauchverbot auch das Ende für mehr als 250 Betriebe und circa 6000 Angestellte in Wien“, sagte Peter Dobcak, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Wien. In ganz Österreich betrifft das Verbot laut einer Sprecherin der Wirtschaftskammer 500 Shisha-Bars und rund 10.000 Angestellte. Überdies seien nun Interessenskonflikte zwischen Anrainern und Gastronomen durch Lärmbelästigung vor dem Lokal rauchende Gäste quasi vorprogrammiert, heißt es in der Aussendung der WKW. Man nehme die Entscheidung der Politik aber zur Kenntnis.

WKÖ-Obmann über FPÖ-Verhalten irritiert
Mario Pulker, WKÖ-Obmann des Fachverbandes Gastronomie zeigte sich überdies vom Abstimmungsverhalten der FPÖ irritiert, denn die Partei habe einem von der Branche inhaltlich mitkonzipierten Abänderungsantrag nicht zugestimmt. Der Antrag hätte den betroffenen Unternehmen unter anderem eine Steuerprämie zur Abfederung der wirtschaftlichen Einbußen garantiert. „Sich als Vertreter der Wirtinnen und Wirte darzustellen und danach sinnvolle Beschlüsse aus rein wahltaktischen Überlegungen nicht mitzutragen, ist mehr als unredlich. In der Branche herrscht Fassungslosigkeit über das heutige, zutiefst bedenkliche Beschlussverhalten der Freiheitlichen,“ sagte Pulker.

„Fatale Auswirkungen“ für urbanen Raum
Österreichweit dürfte es laut Wirtschaftskammer rund 10.000 Betriebe betreffen, in denen derzeit noch geraucht werden dürfe. Man wünsche sich, dass die Situation für die Gastwirte klar geregelt werde, denn die Außerkraftsetzung der Regelung sei sehr rasch gekommen. Man befürchtet für den urbanen Raum zudem „fatale“ Auswirkungen. „Eine reine schwarz-weiß Lösung wird zu wenig sein, denn die Gastronomie ist eine derart vielfältige Branche, dass eine einzige Lösung zu noch mehr Problemen auf anderer Ebene führen wird“, so Obmann Peter Dobcak. Er fordert eine Ausnahmeregelung für die Nachtgastronomie, mit speziellem Fokus auf die Bars und Clubs, die bei einem Rauchverbot mit massiven Anrainerproblemen zu kämpfen hätten.

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