15.06.2019 19:07

Appell an Öl-Bosse

Papst: „Es braucht eine radikale Energiewende“

Papst Franziskus hat bei einer Audienz mit Vorstandschefs einiger großer Energie- und Ölkonzerne im Vatikan am Freitag klare Worte für den Umweltschutz gefunden. Er forderte eine Energiewende und erklärte, dass er einen Preis auf den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) als unverzichtbar im Kampf gegen den Klimawandel halte. Die heftig umstrittene CO2-Abgabe sei notwendig, sagte der Pontifex.

Es brauche eine „radikale Energiewende“ weg von fossiler Energie, um die Welt zu retten. Die jungen Menschen würden andernfalls eine „sehr ruinierte Welt erben“. „Unsere Kinder und Enkel dürfen nicht den Preis für die Unverantwortlichkeit unserer Generation bezahlen.“

„Warnungen kann nicht mit Ironie begegnet werden“
Indirekt kritisierte er Politiker wie US-Präsident Donald Trump, die den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel bezweifeln. „Viel zu lange haben wir alle nicht auf die Ergebnisse der Wissenschaft gehört. Warnungen vor dem Untergang kann nicht mehr mit Ironie oder Verachtung begegnet werden.“

Man könnte sich nicht den „Luxus erlauben, dass andere den ersten Schritt machen oder kurzfristigen ökonomischen Vorteilen Priorität geben“, sagte der Papst. Der Vatikan gab nicht bekannt, welche Unternehmensvertreter anwesend waren. Industriekreisen zufolge waren aber unter anderem die Chefs von Eni, Exxon, BP und Chevron sowie die chinesische Sinopec geladen.

Vor dem Vatikan protestierte eine Handvoll Menschen mit Schildern, auf denen Slogans zu lesen waren wie „Liebe Öl-Chefs, hört auf den Papst“, oder „Raubt uns nicht unsere Zukunft“. Der Papst setzt sich seit Beginn seiner Amtszeit für Umweltschutz und gegen den Klimawandel ein.

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