25.05.2019 16:29 |

10 Tote in 8 Tagen

Erneut zwei Bergsteiger am Mount Everest gestorben

Das große Sterben auf dem hoffnungslos überlaufenen Mount Everest (siehe auch Video oben) ist auch am Samstag weitergegangen: Nachdem erst am Freitag ein Steirer (65) und zwei Inder ums Leben gekommen waren, starben nun auf dem höchsten Berg der Welt ein Brite und ein Ire. Insgesamt sind innerhalb von nur acht Tagen bereits zehn Todesopfer auf dem Mount Everest zu beklagen. Zum Vergleich: 2018 hatte es während der gesamten Saison fünf Todesopfer gegeben. 

Die Hochsaison bei der Besteigung des Mount Everest dauert von Ende April bis Ende Mai. In dieser Zeit sind die Wetterbedingungen weniger lebensfeindlich. Weil immer mehr Bergsteiger auf den Gipfel wollen und Nepal sehr viele Genehmigungen dafür erteilt - eine solche kostet umgerechnet 9000 Euro -, kommt es in der sogenannten Todeszone des Mount Everest oberhalb von 8000 Metern zu langen und lebensgefährlichen Staus.

Brite starb nach Gipfelsieg, Ire tot in seinem Zelt aufgefunden
Zehn Todesopfer sind nun bereits zu beklagen. Der Touren-Veranstalter Everest Parivar Expedition teilte mit, ein 44-jähriger britischer Bergsteiger habe Samstagfrüh zwar den Gipfel des 8848 Meter hohen Berges erreicht, sei dann aber nach nur 150 Metern beim Abstieg zusammengebrochen und gestorben. Ein Ire starb nach Angaben seines Tour-Veranstalters bereits am Freitag auf der tibetischen Seite des Berges. Der 56-Jährige war demnach auf dem Weg zum Gipfel umgekehrt, aber dann am North-Col-Pass auf 7000 Metern Höhe in seinem Zelt gestorben.

Zu den anderen Todesopfern am höchsten Berg der Welt gehören den Behörden zufolge ein nepalesischer Bergführer, vier Inder, ein US-Amerikaner, ein weiterer Ire und ein Steirer (65) aus Graz-Umgebung. Einige von ihnen hatten zuvor den Gipfel erreicht. Erst Ende April war ein steirischer Berufssoldat im Himalaya-Massiv ums Leben gekommen.

Viele wollen die wenigen „Wetter-Fenster“ um jeden Preis nützen
Der Himalaya-Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für Nepal. Anfang April reisen erste Expeditionen an und wandern vom nächstgelegenen Flughafen etwa eine Woche lang, um das Basislager zu erreichen. Dort gewöhnen sie sich dann an die Höhenluft und steigen anschließend zu höher gelegenen Lagern am Berg auf. Von etwa Anfang Mai an versuchen die Bergsteiger dann, eines der „Wetter-Fenster“ abzupassen. Oft gibt es nur zwei bis drei solcher Fenster für günstige Bedingungen pro Saison - und diese wollen dann viele nutzen. Oft bezahlen sie dies mit ihrem Leben.

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