Heftiger Zusammenprall

Zugunfall in Spanien: Zahl der Toten steigt auf 39

Ausland
19.01.2026 08:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem schweren Eisenbahnunglück im Süden Spaniens sind am Sonntagabend mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Zudem gibt es viele teils schwer Verletzte, über 70 von ihnen liegen in Krankenhäusern. Nach einem Zusammenprall waren zwei Hochgeschwindigkeitszüge vier Meter in die Tiefe gestürzt.

Anwohner des Ortes Adamuz, darunter der Bürgermeister, eilten zum Unfallort. Ihnen bot sich eine fürchterliche Szene: Ein Toter soll neben den Gleisen gelegen sein. Passagiere versuchten, sich zu retten, kletterten aus den Fenstern. Viele Personen wurden zwischen den Zügen eingeklemmt. Unter den Toten befindet sich auch einer der beiden Zugführer. 

„Es war wie ein Erdbeben“
Eine junge Frau kämpfte im Interview des TV-Senders RTVE mit den Tränen, als sie den Albtraum beschrieb, den sie im Iryo-Unglückszug erlebte. „Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel. Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft, es gab Schreie, weinende Kinder, Blut. Ich fühle mich, als wäre ich neu geboren.“ Ein anderer Passagier, der Journalist Salvador Jiménez, sagte: „Es war wie ein Erdbeben.“

Mit Tempo 300 entgleist
Gegen 19.40 Uhr war am Sonntag ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia nahe der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba mit vermutlich Tempo 300 entgleist und in das benachbarte Gleis geraten, berichtete die Bahngesellschaft RENFE. Der tragische Zufall wollte es, dass just zu dem Zeitpunkt ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von RENFE dort vorbeifuhr und vom anderen Fahrzeug aus den Schienen geworfen wurde. Die zwei Züge stürzten daraufhin einen vier Meter tiefen Abgrund hinunter.

Rettungskräfte waren die ganze Nacht über im Einsatz.
Rettungskräfte waren die ganze Nacht über im Einsatz.(Bild: AFP)
Das Unglück ereignete sich in Adamuz im Süden Spaniens.
Das Unglück ereignete sich in Adamuz im Süden Spaniens.(Bild: APA)

Fast 500 Passagiere betroffen
Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, der in Madrid gestartete RENFE-Zug fuhr mit rund 200 Passagieren nach Huelva. Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien sollte mindestens bis einschließlich diesen Montag unterbrochen werden. Viele Menschen, die in verschiedenen Städten von Zugausfällen aufgrund des Unfalls betroffen waren, verbrachten die Nacht in Bahnhöfen.

Einsatzkräfte versuchten stundenlang, Menschen zu befreien
Zahlreiche Fahrgäste waren nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen, wie RTVE unter Berufung auf die Rettungsdienste berichtete. Einsatzkräfte versuchten, die Passagiere so schnell wie möglich aus den Waggons zu befreien.

Betroffene werden psychologisch betreut
Das Rote Kreuz half nicht nur den betroffenen Passagieren und Bahn-Mitarbeitern mit psychologischer Betreuung, sondern auch traumatisierten Angehörigen und Freunden der Opfer, die etwa im Madrider Bahnhof Atocha oder in Huelva vergeblich warteten. Angesichts der Tragödie, der Trauer und des Chaos zeigten sich viele Menschen in der 4000-Einwohner-Gemeinde Adamuz solidarisch. Trotz später Stunde brachten freiwillige Helfer Decken, Arznei- und Lebensmittel ins Gemeindezentrum. Supermarktbesitzerin Rafaela machte umgehend ihren Laden auf und sagte im Gespräch mit RTVE: „Heute schläft hier niemand!“

Verkehrsminister ratlos über Unfallhergang
Der Verkehr auf der wichtigen Strecke zwischen Madrid und Andalusien ist laut RENFE mindestens bis einschließlich diesen Montag unterbrochen. Die Ursache des Unfalls blieb zunächst unklar. Der spanische Verkehrsminister bezeichnete den Unfall als „äußert seltsam“. Die Strecke, auf der das Unglück passierte, sei erst im Frühjahr renoviert worden, der Zug sei „praktisch neu“ gewesen.

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